Wir haben ein bißchen den Verdacht, daß das Ganze ein Werbegag der Alice Schwarzer für ihr Blatt ist. Uns belustigt das eher. Und ich glaube, auch die Pressekammer des Hanseatischen Landgerichts denkt nicht anders und will ihr Saures-Gurken-Vergnügen haben. Deswegen hat das Gericht die Klage zur Feriensache erklärt.

Henri Nonnen in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ zur Klage von zehn Frauen (Alice Schwarzer, Inge Meysel u. a.) gegen die „für jede Frau verletzenden“ Nackt-Titelbilder im „stern“

Fraujeh, Herrjeh, ihr gestandenen Beruflerinnen, unterlaßt doch diesen zweischneidigen Unfug! Oder liefert uns in der mündlichen Verhandlung am 14. Juli wenigstens handfesten Zirkus.

Rudolf Augstein im „Spiegel“ zur nämlichen Problematik

Baums Kinopolitik

Natürlich hat der Mann ganz andere Sorgen, aber von Amts wegen ist der neue Bonner Innenminister Gerhart Rudolf Baum auch für die Filmförderung durch den Bund zuständig. Bei der Verleihung der diesjährigen Bundesfilmpreise im Berliner Zoo-Palast hielt Baum, der sich schon als Staatssekretär des Ministers Maihofer kundig mit Medienpolitik beschäftigt hatte, seine Jungfernrede in Sachen Kino. „Wer kann bezweifeln, daß der Film einen unübersehbaren Nachholbedarf an verstärkter öffentlicher Förderung hat?“, meinte der FDP-Minister und verwies auf das Mißverhältnis zwischen kommunalen Theater-Subventionen und der vergleichsweise kläglichen Filmförderung. Vielleicht sollte der Bund mit gutem Beispiel vorangehen und seine eigenen Filmförderungsmittel kräftig aufstocken. Das Fernsehen, das alles andere als schlecht von seinen Spielfilmausstrahlungen lebt, will Baum verstärkt zur Kasse bitten: „Ich richte den dringenden Appell an die Anstalten, über den bisherigen Beitrag hinaus sich den Filmtheaterbesitzern mit einem adäquaten Finanzbeitrag zum Filmförderungsgesetz solidarisch zur Seite zu stellen“. Klare Worte von einem Mann, dem man sein Engagement für das Kino glauben kann. Wie ernst er es wirklich nimmt, wird sich sehr bald beim Streit um die Abschreibungsproduktionen erweisen. Baum scheint geneigt, eine Initiative zu unterstützen, nach der Abschreibungs-Mittel bei Filmproduktionen nicht mehr, wie bisher, überwiegend ins Ausland fließen (zum Beispiel in die „Unheimliche Begegnung der dritten Art“), sondern in der Bundesrepublik angelegt werden müssen; eine wichtige Hilfe für das finanzschwache deutsche Kino, von deren Nützlichkeit Baum seinen Kollegen vom Finanzressort überzeugen sollte.

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