Die Bundesrepublik ist die drittgrößte Aktionärsnation der Welt nach den Vereinigten Staaten und – Japan. Dies ermittelte jetzt der Bundesverband Deutscher Banken. Über 5 Millionen Deutsche besitzen Aktien. Davon sind mehr als 700 000 Arbeiter und Angestellte, die mit Belegschaftsaktien am Vermögen und am Ertrag ihrer Betriebe beteiligt sind. Allein im privaten Bankengewerbe verfügen 100 000 der 150 000 Mitarbeiter über eigene Belegschaftsaktien.

Einen weiteren Rekord hält die Bundesrepublik auf dem Verbrauchssektor: Sie ist der größte Champignon-Importeur Europas. Von diesem Herbst an aber soll es jedenfalls mit dem billigen Pilzeinkauf vorbei sein. Dann spätestens wird sich nämlich die seit Mai gegen die billig anbietenden Fernost-Länder verhängte Importsperre für Pilzkonserven auswirken, die zum Schutze der europäischen Champignonzüchter wie Frankreich und Holland verhängt wurde. Die deutschen Konsumenten haben das Nachsehen: Die Europäer verkaufen ihre Pilze um zwanzig bis dreißig Prozent teurer.

Wenn schon nicht Champignons, dann eben Brot: Die Aussichten für die diesjährige Getreideernte sind nach Auskunft des Bundesernährungsministeriums besonders gut. Man rechnet mit einer Ernte, die das Vorjahresergebnis von 21,6 Millionen Tonnen und vielleicht sogar die Rekordernte von 1974 übertreffen wird. Die Vorhersage ist allerdings ohne Gewähr, denn bei extremen Witterungsbedingungen der nächsten Zeit könnte die schöne Prognose ins Wasser fallen.

Die Verbraucher scheinen in letzter Zeit aufmüpfiger geworden zu sein. Immer häufiger wenden sich Kunden bei Meinungsverschiedenheiten mit Handwerkern und Kaufleuten an die Verbraucherbeschwerdestellen der Industrie- und Handelskammern. Derzeit werden dort 20 000 Beschwerdefälle bearbeitet. Die meisten von ihnen betreffen Mängel an Möbeln, Radios, Fernsehgeräten, Küchengeräten, Waschmaschinen und Textilien.

An der Lohnfront wird dieses Jahr maßgehalten. Die Tarifabschlüsse für rund 12,8 Millionen Arbeitnehmer, die in den letzten Monaten ausgehandelt wurden, brachten im Schnitt eine Lohnsteigerungsrate von fünf Prozent (ohne Nebenkosten), 1,4 Prozent weniger als im letzten Jahr. Bleibt abzuwarten, was die noch ausstehenden Tarifverträge für weitere 3,7 Millionen Beschäftigte ergeben. iml