Hat er im Grunde nicht recht, der brave, steuerzahlende, polizeilich registrierte, unbescholtene Bundesbürger, wenn er angesichts der jüngst bekanntgewordenen Überwachungspraktiken des Bundesgrenzschutzes fragt: „Na und, was geht das mich an?“

Er hat recht. Denn der Staat will ihm nichts tun. Er fahndet nur nach ihm, sofern er zwischen 20 und 35 Jahre alt ist, und nur mit einem grobmaschigen Jahre Man muß schon bei geeignetem Alter im Flugzeug oder im Linienbus neben einem Terrorismus-Verdächtigen gesessen haben, ehe man in dieses Netz gerät. Und man wird auch schnell wieder rausgeworfen, wenn der Computer schweigt

So ist denn alles in Ordnung. Nur überempfindliche Menschen haben ein ungutes Gefühl. Der biedere Bürger indes weiß: Allein wer schuldig ist, hat etwas zu befürchten. Er sieht ein, daß die Grenz- und Verfassungsschützer dem höheren Interesse des Staates dienen. Und was wäre schon der einzelne ohne den Staat?

Hat denn der Staat nicht immer recht, zumal wenn er ein Recht-Staat ist? Es sind ja nur die Jungen, die überprüft werden. Alte Terroristen gibt es ohnehin nicht. So wird sich denn das Problem von selbst lösen, weil die Jüngeren älter werden und eines Tages automatisch aus dem Fahndungsraster rutschen. Lieb Vaterland, magst ruhig sein.

H.Sch.