Daß Zigarettenrauchen die Wahrscheinlichkeit vergrößert, am Herzinfarkt zu erkranken, ist in vielen und an großen Probandenzahlen ausgeführten Untersuchungen erwiesen worden, so daß daran kein Zweifel mehr besteht.

Dennoch verdient eine Studie von neun Forschern an Bostoner Kliniken, die im New England Journal of Medicine (8. Juni) veröffentlicht wurde, Beachtung. Aus ihr geht hervor, daß gesunde und von anderen bekannten Risikofaktoren freie Frauen unter 50, die pro Tag 35 und mehr Zigaretten rauchen, ein zwanzigmal höheres Risiko eingehen, einen Herzinfarkt zu erleiden als Nichtraucherinnen. Vor allem die Dosisabhängigkeit wurde nachgewiesen. So müssen Frauen, die nur eine bis 14 Zigaretten am Tag rauchen, mit dem 4,4fachen, diejenigen, deren Konsum zwischen 15 und 24 Zigaretten liegt, mit dem 4,6fachen und Frauen, die zwischen 25 und 34 Zigaretten verpaffen, mit dem 14fachen Herzinfarkt-Risiko rechnen. Bei täglich mehr als 34 Glimmstengeln vergrößert sich die Infarktgefahr auf das 21 fache des Durchschnittswerts für Nichtraucherinnen.

Die Wissenschaftler untersuchten 275 Frauen, bei denen kein anderer Risikofaktor als das Rauchen ermittelt wurde, die also zum Beispiel auch nicht die Pille genommen hatten, deren Blutdruck, Gewicht und Blutfettwerte normal waren. 55 Versuchspersonen hatten einen Herzinfarkt erlitten, und jede von diesen 55 wurde mit vier gesunden Frauen verglichen, die jeweils das gleiche Alter hatten und aus dem gleichen Wohngebiet stammten.

Herzinfarkt ist bei jungen Frauen eine seltene Krankheit. Er hat aber in dieser Gruppe in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen – wie das Zigarettenrauchen. -ow