Hans L. Merkle, Chef der Robert Bosch GmbH, ist nicht der Mann, der Fragen mit Ja oder Nein beantwortet. Auch Nebensächliches pflegt er ausführlich darzutun. Sei es, weil er alles so differenziert sieht, sei es, weil er unter allen Umständen richtig begriffen zu werden wünscht.

Auf die Frage allerdings, ob auch er – im Nebenberuf BDI-Präsidiumsmitglied – zugunsten der CDU via Vaduz Steuern hinterzogen habe wie der Chef der Wessel-Werke Nikolaus Fasolt – im Nebenberuf BDI-Präsident –,antwortet Merkle nur mit einem schroffen „Nein“. Und zwar ohne jeden Zusatz, der Verständnis für die Tat Fasolts und vieler; anderer – unter ihnen Daimler-Benz – hätte erkennen lassen.

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Als Bundeskanzler Helmut Schmidt jüngst führende Vertreter der deutschen Wirtschaft und Gewerkschaften zu sich einlud, um sie unter anderem über die Gipfel-Gespräche in Bremen und in Bonn zu unterrichten, wollte auch Oppositionsführer Helmut Kohl nicht zurückstehen: „Am Vorabend des Weltwirtschafts-Gipfels“ – so die parteioffizielle Version der CDU – hatte er sich einige Verbands-Politiker ins Haus geladen.

Freilich, während Helmut Schmidt Männer wie die Präsidenten des Industrie- und Arbeitgeberverbandes, Nikolaus Fasolt und Otto Esser, den Industrie- und Handelstag-Präsidenten Otto Wolff von Amerongen sowie den DGB-Chef Heinz-Oskar Vetter um sich scharte, Leute also, mit denen er gut über weltwirtschaftliche Probleme sprechen konnte, gab sich Kohl viel bescheidener. Zu seiner Gesprächsrunde zählten unter anderem der Handwerks-Präsident Paul Schnitker, der Einzelhändler-Präsident Fritz Conzen, der

Hausbesitzer-Interessenvertreter Theodor Paul sowie der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Alfred Krause. Darüber, an welchen Details der Weltwirtschaft gerade diese Herren besonders interessiert waren, war aus dem Konrad-Adenauer-Haus nichts zu erfahren.

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