• Herr, Matthöfer, Ihr Amtsnachfolger im Forschungsministerium, Volker Hauff, empfiehlt die Einrichtung von Investitionsfonds, mit deren Hilfe in den kommenden fünf Jahren zwölf Milliarden Mark zusätzlich aus Bundesmitteln in Form von Zuschüssen und Zinsverbilligungen für die Förderung von Investitionen ausgegeben werden, sollen. Wie konkret, wie entscheidungsreif sind diese Überlegungen?

Matthöfer: Die Überlegungen, die sich in diesem Papier konkretisiert haben, wurden schon seit längerer Zeit angestellt, und sie wären wohl auch dann vorgebracht worden, wenn es jetzt nicht darum ginge, ein eventuelles Konjunkturprogramm vorzubereiten, Auch ich habe als Forschungs- und Technologieminister betont, daß wir in der Bundesrepublik eine Wirtschafts- und Industriestruktur brauchen, die weniger Rohstoffe und wenigerEnergie benötigt, umweltfreundlich ist und in ihrer Wertschöpfung einen möglichst hohen Anteil an Löhnen und Gehältern für hochqualifizierte Fachkräfte enthält. Dem dient nun auch der von Volker Hauff erhobene Vorschlag: In Anlehnung an die bewährte Institution der ERP-Programme fünf Investitionsfonds für die Förderbereiche Ökologie und Umweltschutz, Humanisierung der Arbeitsbedingungen, Ausbau der Wasserversorgung, rationeller Energieeinsatz und allgemeine Innovationsförderung zu bilden und so im Laufe der nächsten fünf Jahre, beginnend mit eineinviertel Milliarden Mark im Jahr 1979, Unternehmern Anreize zu geben und privates Kapital zu mobilisieren.

  • Wird dieser Vorschlag schon in den Budgetberatungen des Kabinetts nach dem Gipfeltreffen eine Rolle spielen?

Matthöfer: Der Bundeswirtschaftsminister und ich haben vom Kanzler und vom Kabinett den Auftrag, für diese Kabinettsverhandlungen nach dem Weltwirtschaftsgipfel alle Optionen aufzulisten, ihre Vor- und Nachteile und ihre Kosten darzustellen, damit das Kabinett drei Tage lang gründlich diskutieren kann, wie ein eventuelles Konjunkturprogramm aussehen könnte.

  • Sofern der Kanzler auf dem Gipfeltreffen ein solches Programm zusagt?

Matthöf er: Sofern er Zusagen machen sollte, was ja noch nicht feststeht. Aber vorsichtig, wie wir sind, bereiten wir die unterschiedlichsten Optionen vor, von denen heute schon feststeht, daß nicht ein Drittel von ihnen realisiert werden! kann.

  • Die Opposition hat bereits kritisiert, daß sich die vorgeschlagene Innovationsförderung der Einrichtung gesonderter Fonds bedienen soll. Wie stellen Sie sich dazu – bedarf es. wirklich solcher Fonds?