Ein Blick auf die obenstehende Tabelle läßterkennen, daß die Fonds im ersten Halbjahr 1978 nicht im Gleichschritt marschiert sind, auch nicht die mit gleicher Zielsetzung. Es kam in den letzten sechs Monaten darauf an, zur richtigen Zeit die richtigen. Papiere besessen zu haben. Der Anstieg des deutschen Aktienindex im I. Halbjahr um rund zwei Prozent kann diesmal kaum als Vergleichsmaßstab dienen. Dazu war die Entwicklung auf den einzelnen Märkten zu unterschiedlich. Die Mehrzahl der deutschen Aktienfonds hat denn auch eine Wertsteigerung je Anteil von mehr als vier Prozent aufzuweisen, wobei anzumerken ist, daß der große Publikumsfonds der Dresdner Bank Concentra mit einem Plus von vier Prozent noch gerade dieses „Klassenziel“ erreicht hat. Adiverba, Spezialfonds für Banken, Versicherungen und einige ausgesuchte Spezialwerte, überrascht mit einem Wertanstieg um 9,7 Prozent.

Große Unterschiede auch in der Wertentwicklung der international investierenden Fonds. Hier nimmt der Länderfonds Nippon Dynamik mit einem Plus von 18,6 Prozent eine Spitzenstellung ein. Der Fonds war Nutznießer der Hausse japanischer Aktien. Sehr gut entwickelt hat sich auch Gerling Dynamik, dem in seiner Satzung praktisch eine totale Beweglichkeit gestattet ist. Die gleichen Freiheiten kann die Verwaltung des Ivera-Fonds in Anspruch nehmen, der jedoch im gleichen Zeitraum nur ein Plus von mageren zwei Prozent aufzuweisen hat.

Transatlanta, Fonds für us-amerikanische und kanadische Aktien, brachte es sogar nur auf 1,5 Prozent, ein Beweis dafür, daß das Geldverdienen an der Wall Street auch in Zeiten, da die Kurse im allgemeinen aufwärtsstrebten, mit Schwierigkeiten verbunden ist. Andere vorwiegend in US-Aktien engagierte Fonds haben jedenfalls bessere Ergebnisse aufzuweisen.

Der nichtausschüttende Fonds Thesaurus brachte es auf einen „Gewinn“ von 4,5 Prozent und liegt damit zwar gut im Rennen, lieferte aber noch keinen Beweis, daß Fonds, deren Anlagepolitik nicht durch jährliche Ausschüttungen gestört werden, bessere Ergebnisse erwirtschaften als Normalfonds. Das gilt auch im langfristigen Vergleich.

Von den Rentenfonds schoß Gerling Rendite mit einem Plus von 11,6 Prozent den Vogel ab, wobei anzumerken ist, daß Gerling Rendite international anlegen kann und darüber hinaus berechtigt ist, bis zu 25 Prozent des Fonds-Vermögens in Aktien zu investieren. Deshalb ist sein Ergebnis nicht mit dem deutscher Rentenfonds vergleichbar, denen die Schwäche des Rentenmarktes in der Bundesrepublik während der vergangenen Monate zu schaffen gemacht hat. Rentenfonds, die unter diesen Umständen mehr als zwei Prozent geschafft haben, verdienen für ihre Anlagepolitik das Prädikat gut. Aus heutiger Sicht wird der Rentenfonds-Sparer in diesem Jahr kaum viel mehr als den normalen Zinszuwachs erwarten können. Die Zeiten regelmäßiger Kursgewinne sind hier vorüber. K. W.