Zehn Kilometer hinter Bologna. Plötzlich bremst der Vordermann; ein Kind sei auf die Straße gelaufen, sagt er später, soweit sein Italienisch für die Deutschen verständlich wird. Der Auffahrunfall war unvermeidlich – ein abruptes Ferienende am zweiten Urlaubstag.

Ein Fall, wie er Urlaubern während der Reisesaison täglich und überall passieren kann. Wer sich nun am Unfallort falsch verhält, vergrößert seinen Schaden vielleicht noch. Sei es, daß die Versicherung später nicht zahlen will, sei es, daß der Zoll für das Schrottauto gar noch Geld fordert. Der ADAC hat deshalb einige Tips zusammengestellt.

Wer sich mit dem Unfallgegner nicht verständigen kann, sollte die Polizei benachrichtigen, Skizzen und Photos von der Unfallstelle anfertigen und versuchen, Adressen von Zeugen zu notieren. Wichtig für die Ausreise ist in Griechenland eine Eintragung ins polizeiliche „Ereignisbuch“, in Jugoslawien eine Unfallbestätigung der Polizei.

Bei Personenschäden sollte ein Anwalt zu Rate gezogen werden. Oft muß der Unfallschuldige nämlich mit Verhaftung und hohen Kautionen rechnen, die von Rechtsschutzversicherungen allerdings vorgelegt werden. Aus Jugoslawien dürfen Unfallbeteiligte häufig nicht sofort ausreisen.

Sachschäden werden von der Polizei in Spanien, Italien, Frankreich und Österreich nicht aufgenommen. Autoreparaturen, die erst nach der Rückkehr in Deutschland gemacht wurden, werden von griechischen und spanischen Versicherungen nur zur Hälfte erstattet, da die Sätze dort niedriger liegen. Ein Totalschaden muß dem Zoll gemeldet werden.

Das Autokennzeichen des Unfallgegners genügt oft nicht, um dessen Versicherung festzustellen. Deshalb sollte man in allen südlichen Ländern, auch in Frankreich, die Nummer der Versicherungspolice und die Adresse der Versicherung notieren. Generell empfiehlt sich, eine Auslandsrechtsschutz-, eine Auslandskranken- und eine Kurzkaskoversicherung abzuschließen. B. M.