Was den Deutschen ihr persönliches Wohlbefinden wert ist und wie sie es pflegen, untersuchte jetzt der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie in einer Umfrage. Das Ergebnis spricht für eine ziemlich trinkfeste Lebenseinstellung unserer Mitbürger: Im statistischen Durchschnitt gab nämlich der Bundesdeutsche jährlich 590 Mark für alkoholische Getränke, 280 Mark für Tabakwaren und „nur“ 220 Mark für Medikamente aus.

Die deutschen Unternehmen beurteilen ihre Zukunft trotz der wachsenden Aufträge in der Automobil- und Baubranche immer noch mit gedämpftem Optimismus. Wie der Bundesverband der deutschen Industrie feststellte, dürfen die vereinzelten Lichtblicke nicht darüber hinwegtäuschen, daß steigende Lohnkosten, die Verteuerung der Mark und eine zunehmende Importkonkurrenz die Industriekonjunktur weiterhin belasten. Besonders die Aufwertung der Mark und damit der Zwang zu Preiszugeständnissen an das Ausland wird als schwerer Hemmschuh für den Aufschwung empfunden.

Im Inland scheinen sich allerdings die preisstabilisierenden Auswirkungen der Mark-Aufwertung abzuschwächen. Das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg rechnet nicht damit, daß sich die niedrigen Inflationsraten der Vormonate auch in der zweiten Hälfte dieses Jahres fortsetzen werden. Insgesamt gesehen wird die Preissteigerungsrate für 1978 vermutlich unter drei Prozent liegen.

In der Brüsseler Kommission denkt man momentan über die sozialen Probleme der Sanierung in der europäischen Stahlindustrie nach. Bis 1980 wird die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich auf 600 000 zurückgehen. Der für sozialpolitische Fragen zuständige EG-Vizepräsident Henk Vredeling plädiert deshalb für eine Umverteilung der Arbeit durch Begrenzung der Überstunden und Verkürzung der Arbeitszeit. Die Finanzierung solcher Maßnahmen könnte die Gemeinschaft nach Ansicht Vredelings mit 260 Millionen Mark aus ihrer Kasse finanzieren.

Die Kommission der Europäischen Gemeinschaft pflegt eine andere Art der Inflation: 11 676 Beamte und Bedienstete beschäftigt sie zur Zeit. Davon sitzen 7297 in Brüssel. Allein in der dortigen Personal- und Verwaltungsabteilung steht für 2682 Personen ein Pöstchen bereit. Für die Forschungsanlage Ispra in Italien arbeiten 1741 Menschen, für das Zentrum in Karlsruhe 212. Dazu unterhält die Kommission in neunzehn Städten der Welt Auslandsvertretungen mit insgesamt 348 Beamten. iml