Als Arbeitsminister Herbert Ehrenberg das jüngste Sondergutachten der fünf Wirtschaftsweisen auf seine Weise salopp mit der Bemerkung „Schlechtachten“ statt Gutachten abstempelte, hatte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Otto Schlecht „gleich die Ahnung, daß zumindest die wirtschaftspolitische Regenbogenpresse Ehrenbergs Wortspiel auf ihn beziehen werde.

Schlecht sollte recht behalten. Der Chefredakteur des Informationsdienstes „Platow-Brief“, Gerhard Czerwensky, berichtete prompt von gespannten Bonner Kabinettsverhältnissen. In der ihm eigenen Freizügigkeit führte Czerwensky zum Beispiel an, daß Ehrenberg von einem „Schlecht“-Gutachten gesprochen habe. Der Brief-Schreiber Czerwensky: „Das war ein Schuß gegen den Staatssekretär im Wirtschaftsministerium (Otto Schlecht). Die SPD vermutet, daß Schlecht dieses Gutachten zur Unterstützung seines Ministeriums bestellt hat.“

Diese Interpretation durch den „Regenbogenmacher Czerwensky“ (Schlecht über Czerwensky) mochte der Staatssekretär nicht auf sich sitzenlassen. Obwohl seine Annahme richtig war, daß Ehrenberg mit seinem Wortspiel nur das Gegenteil von gut gemeint und nicht die Person Schlecht im Sinn hatte, bat er den Arbeitsminister dennoch: „...wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie den falschen Eindruck in der Öffentlichkeit gelegentlich korrigieren würden.“

Herbert Ehrenberg tat dies prompt. In einem Brief an Czerwensky hob er „das traditionell gute persönliche und fachliche Einvernehmen zwischen Otto Schlecht und Herbert Ehrenberg“ hervor und schrieb: „Namenswitzchen liegen. mir ohnehin fern, aber bei der Klassifizierung „Schlechtachten) ging es ausschließlich um den Inhalt des Gutachtens, den ich in seinem theoretischen Ansatz nicht ‚gut‘ finden kann – und das Gegenteil von gut ist nun einmal ‚schlecht’; das hat nichts mit dem Namen des Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium zu tun.

Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff hatte offenbar erst in allerletzter Minute seine Teilnahme als Delegierter des Weltwirtschaftsgipfels durchsetzen können. Im ursprünglich ausgedruckten Gipfelprogramm sah die deutsche Delegation neben dem Kanzler Helmut Schmidt nur Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Finanzminister Hans Matthöfer vor. Delegationsmitglied Otto Graf Lambsdorff wurde sichtbar nachträglich per Hand ins Programm eingeklebt.

Daß der Leiter der Bochumer Sternwarte, Ehrenprofessur Heinz Kaminski, aus der SPD ausgetreten ist und sich der „Grünen Aktion Zukunft“ des aus der CDU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl angeschlossen hat, könnte auch als späte Rache dafür ausgelegt werden, daß Kaminski sich von allen Parteien des Bundestages im Stich gelassen fühlt.

Jahrelang hatte der Astro-Autodidakt Kaminski Bonner Zuschüsse für sein „Kap Kaminski“ genanntes Institut für Weltraumforschung bezogen, und zwar sehr zum Ärger der etablierten Wissenschaft, die dem publizitätsbewußten Professor ehrenhalber die wissenschaftliche Qualifikation streitig machte. Mal erfreute sich Kaminski in den einschlägigen Bonner Bundestagsgremien der SPD-Gunst, gegen die dann die CDU prompt Front machte. Mal hatte Kaminski wieder Freunde bei der CDU, etwa wenn Hans Matthöfer in seiner Eigenschaft als Forschungsminister kein Geld mehr geben wollte.