Magalhães, der erste Weltumrunder der Geschichte, hat für seine Reise genau 1124 Tage, also über drei Jahre, gebraucht. Heutzutage werden pauschalreisende Touristengruppen in drei bis vier Wochen rund um den Erdball geflogen. Dieser Fortschritt bedeutet: In kurzer Zeit muß der Reisende ein umfangreiches Ausflugs- und Besichtigungsprogramm bewältigen; er muß sich auf einen beinahe täglichen Klimawechsel einstellen und mit der häufigen Zeitverschiebung fertig werden.

Fast alle Veranstalter bieten Weltreiserouten an, deren Stationen sich kaum voneinander unterscheiden. Beim Flug gen Osten sieht es so aus: Regelmäßig werden zuerst Bangkok, Hongkong oder Seoul angeflogen. Der Vordere Orient und Indien (Richtung Westen ist es Nordamerika) werden dabei – der Kostenersparnis halber – meistens übersprungen. Der Kontinent Afrika gar wird von allen Veranstaltern einfach ignoriert. Nach Aufenthalten in Südostasien geht es in weitem Bogen entweder über Japan, Hawaii und die USA oder aber über Australien, Neuseeland, Fidschi, Tahiti und Südamerika zurück in die Heimat. –

„Mit der Sonne um die Welt“ fliegen airtours-Pauschalreisende (Gärtnerweg 4–8, 6000 Frankfurt). Unterbrochen wird die westwärts gehende Tour in San Francisco, Honolulu, Manila, Hongkong und Bangkok. Von 4990 Mark an kann der Weltreisende zwanzig Tage lang diese Reise genießen. Wer’s länger liebt: airtours hat auch noch eine 31 Tage dauernde Südsee-Weltreise (von 6995 Mark an) im Programm. Da werden nach Aufenthalten in Rio de Janeiro und Santiago de Chile noch über zwei Wochen auf den „Trauminseln“ des Südpazifik mit Rückflug über Singapur geboten.

Der Studienreisen-Veranstalter Max Klingenstein (Residenzstraße 18, 8000 München 2) läßt. seine Weltumrunder von Wissenschaftlern, beispielsweise Ethnologen oder Kunsthistoriker, begleiten. Besucht werden Taiwan, Neuguinea, Neuseeland, Tahiti, die Osterinseln und Nordperu. Im Preis von 9950 Mark enthalten sind jeweils mehrtägige „Studienfahrten“ per Schiff, Bus und Flugzeug.

Das umfangreichste Rund-um-die-Welt-Angebot hat der Veranstalter Gastager-Reisen (Staufenstraße 2, 8221 Inzell). Es reicht unter anderem von der 18tägigen Tour mit Stationen in Bangkok, Singapur, Hongkong, Tokio, Honolulu und Los Angeles von 3980 Mark an bis zur 28tägigen Reise, bei der es außer den üblichen fernöstlichen Stop-overs auch Zwischenaufenthalte in den kanadischen Städten Vancouver und Toronto sowie den Niagara-Fällen gibt – von 5695 Mark an ist man dabei.

Wer seine Weltumrundung selbst gestalten möchte, ohne von Flugzeug zum Hotel, vom Hotel zum Ausflugsbus hetzen zu müssen, wer also genug Zeit für sich und alle Sehenswürdigkeiten hat, der kann bei Dr. Kneifeis Fernreisen (Landwehrstraße 10, 8000 München 2) buchen. Das „Open-Ticket“ für verschiedene, festgelegte Routen gilt für ein Jahr. Die Dauer des Aufenthaltes kann selbst bestimmt werden. Das preiswerteste Angebot gilt hierbei für Flüge von München über Zürich, Manila, Seoul, Tokio, Honolulu, Los Angeles und Zurück nach Zürich und kostet 2999 Mark. Für Hotelunterkünfte und Verpflegung muß der Reisende allerdings selbst sorgen; Hotellisten gibt es vom Veranstalter.

Wen also das Fernweh packt und zudem auch die Preise nicht schrecken, wem Streß selbst im Urlaub nichts anhaben kann, und wer auch körperliche Strapazen nicht scheut, der suche sich unter den zahlreichen Angeboten das Passende aus: Er wird die Welt im Zeitraffer erleben.

Hella Leißner