Als „bedauerliche Fehlleistung“ hat der amerikanische UN-Botschafter Andrew Young inzwischen ein Le-Matin-Interview vom 12. Juli erklärt, in dem er über politische Gefangene in den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion gesprochen hat.

In unseren Gefängnissen gibt es Hunderte, vielleicht Tausende, die ich als politische Gefangene bezeichnen würde. Vor zehn Jahren stand ich selbst in Atlanta vor Gericht wegen der aktiven Unterstützung einer, Protestbewegung. Drei Jahre später war ich Abgeordneter von Georgia. Sicher verändern sich die Dinge in der Sowjetunion nicht so schnell, aber sie verändern sich auch...

Nehmen Sie die Vereinigten Staaten. Schon das Amerika von heute hat nichts mehr mit dem vor Franklin Roosevelt gemein. In den dreißiger und vierziger Jahren trieb die Gewerkschaftsbewegung eine... radikale Umwandlung im amerikanischen Leben voran... In den fünfziger Jahren war die Umwälzung der bürgerlichen und Rassengesetzgebung; heute sind es die Frauen...

Ich denke, daß die jetzigen sowjetischen Dissidenten die positiven Veränderungen in der Sowjetunion unter Beweis stellen können, daß sie beweisen können, daß sie Bestandteil einer natürlichen gesellschaftlichen Entwicklung sind, die freilich von der sowjetischen Führung noch nicht richtig verstanden wird...“