Mittelmäßig

„Die letzte Schlacht“ von Ted Post. Die Vietnam-Film-Welle rollt im amerikanischen Kino. Regisseur Ted Post („Hängt ihn höher“) siedelt seinen Film im Jahre 1964 an, zu einer Zeit, da die USA erst mit wenigen Militärberatern in den Krieg verstrickt waren. Zwar spart Post nicht mit den im Kriegsfilmgenre üblichen Klischees, doch verarbeitet er in Seiner Geschichte Stimmungen und Einsichten, die die Mehrheit der Amerikaner erst seit dem Abzug ihrer Streitkräfte aus Vietnam gewonnen haben und die sich in eher resignativen Dialogen ausdrücken. Burt Lancaster spielt einen Militärberater, der im Kampf gegen den Vietcong fällt, aber vorher die Sinnlosigkeit des amerikanischen Engagements begreift: wieder einmal eine Rolle, die er, wie viele zuvor, unter eher moralischen Aspekten ausgewählt zu haben scheint. Insgesamt nicht mehr als ein durchschnittlicher Action-Film, doch immerhin einer mit einigen bedenkenswerten Aspekten.

Bodo Fründt

Ärgerlich

„Angela“ von Boris Sagal. Ödipus (Steve Railsback als Jean): ein Fleischlieferant in Montreal; Jocaste, seine Mutter und Geliebte (Sophia Loren als Angela): Empfangschefin eines eleganten Restaurants. Sein Vater (John Vernon) als Korea-Veteran und Mini-Gangster, und der blinde Seher Tiresias als klatschsüchtige Küchenhilfe (Michelle Rossignol), die die Zukunft aus den Teeblättern liest. Eine Parodie? Mitnichten! Boris Sagal („Der Omega-Mann“, 1971) hat diesen kanadisch-amerikanischen Film als durchaus ernst gemeinte Melodramen-Version der Sophokles-Tragödie intendiert. Allerdings ist das Resultat eine wahrlich haarsträubende Verhunzung der Vorlage. Bis auf eine Ausnahme sind auch die Darstellerleistungen von extremer Dürftigkeit. Einzig John Huston als Drahtzieher im Hintergrund versteht es, sich der mitunter unfreiwilligen Komik dieser „klassischen“ Küchenklamotte mit lässigem Understatement zu entziehen. Helmut W. Banz

Empfehlenswerte Filme

„Dance, Girl, Dance“ von Dorothy Arzner. „Münchhausen“ von Josef von Baky. „Der kleine Godard“ von Hellmuth Costard. „Der Untergang des Hauses Usher“ von Roger Corman. „Eine entheiratete Frau“ von Paul Mazursky. „Die Invasion der Körperfresser“ von Don Siegel.