Der Mahnbescheid über 20 Millionen Mark, den die Deuspa, eine Vereinigung geschädigter Spanien-Anleger, gegen die Stadtsparkasse Witten erwirkt hat, ist bislang ohne Folgen geblieben.

Gegen den im Dezember 1977 ergangenen Mahnbescheid (siehe ZEIT Nr. 15, „Manager und Märkte“) hat die Stadtsparkasse Witten sofort Widerspruch eingelegt, so daß das Verfahren nur weitergehen kann, wenn die Deuspa den nötigen Gerichtskosten Vorschuß einzahlt. Das ist bislang nicht geschehen. Immerhin handelt es sich um eine Summe von knapp 100 000 Mark. Die Sparkasse sieht der Entwicklung des Rechtsstreites mit Gelassenheit entgegen. Er stammt aus den Jahren 1970 bis 1973. Damals hatten sich über 400 Kommanditisten an einer Abschreibungsgesellschaft beteiligt, mit dem Ziel, an der Costa-Brava ein letztlich nicht fertiggestelltes Hotelprojekt zu errichten.

Dazu teilt uns die Sparkasse mit: „Die von der Kommanditisten zu erbringenden Beträge waren auf ein Konto der Gesellschaft bei der Stadtsparkasse Witten einzuzahlen, über das die Geschäftsführung der Gesellschaft allein verfügungsberechtigt war. Die Stadtsparkasse Witten hat weder gegenüber den Kommanditisten irgendwelche Treuhandfunktionen übernommen, noch hat sie zu irgendeinem Zeitpunkt der Abschreibungsgesellschaft eine Zusage zur Finanzierung des Hotelprojektes erteilt.“ Gegenteilige Behauptungen der Deuspa sind gerichtlich zurückgewiesen worden.

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Mit einer Kapitalrendite nach Steuern von 96 Prozent wartet die Doag Deutsche Warenhandels-AG, Hamburg, auf.

Die Gesellschaft, an deren Aufsichtsratsspitze Kai-Uwe von Hassel, Bundestagspräsident a. D., steht, hat ihr Geld vornehmlich über ihre nigerianischen Tochtergesellschaften verdient. Diese unterliegen zwar dem„Nigerianisierungsgesetz“; dafür kann die Doag jedoch über ihre Tochtergesellschaften weiterhin frei nach Nigeria exportieren. Alte Beziehungen der Gesellschaft zahlen sich jetzt aus, da Nigeria zu den reichen Staaten Afrikas zu zählen ist. Die Doag-Aktionäre erhalten auf das Aktienkapital von nur zwei Millionen eine 40prozentige Dividende. Außerdem gibt es auch in diesem Jahr wieder Gratisaktien aus der Umwandlung von Rücklagen in Aktienkapital (Verhältnis 4:1). Das aktienrechtliche Testat für die 1977er Bilanz sucht man im Geschäftsbericht vergeblich.

Die Sauer Getriebe KG, Neumünster, läßt Ludwig Poullain nicht fallen.