Viel Lob für Helmut Schmidt – Jimmy Carter

bestand die emotionalen Wechselbäder

Von Dieter Buhl

Bonn/Berlin, im Juli

Zum Schluß griff selbst Jimmy Carter zu härteren Sachen. Der Präsident, der im Weißen Haus nichts Hoherprozentiges servieren läßt als kalifornischen Wein, wollte wohl nicht zurückstehen, als seine Gipfelkollegen einen Abschiedstrunk nahmen. Aber vielleicht hatte sich der Puritaner aus Plains auch nur von der leuchtend roten Farbe des angebotenen Getränks verführen lassen. Denn während die anderen noch „Günnewig Exquisit“ und Whisky Soda tranken, besann sich der Präsident eines besseren und stellte sein halbvolles Glas Campari zurück auf einen Tisch.

Zu einem fröhlichen Gelage hatten sich die Herren am Montagabend ohnehin nicht im Rauchfoyer des Bonner Stadttheaters eingefunden. Eher glichen sie den Gästen einer etwas zu lang geratenen Party, denen es nach vielem Plaudern an Gesprächsstoff mangelt, und die zufrieden! aber etwas ungeduldig auf ihre Taxis, in diesem Falle ihre Limousinen, warten. Bundesaußenminister Genscher, der anschließend noch in seinem Hause ein Essen für den liberalen Gesinnungsfreund Trudeau geben wollte, verabschiedete sich mit gewohnter Zuvorkommenheit von den ausländischen Mitstreitern. Premier Callaghan erheiterte die Runde mit ein paar seiner bekannten Scherze, und Jimmy Carter stand etwas verloren herum, bis Helmut Schmidt sich seiner annahm.

Welttheater mit zu vielen Akten