Feuilleton

Zeitmosaik

Mit meiner Generation hat sich die Dietrich künstlerisch nie verbündet. Vielleicht, weil sie auch von uns glaubt, daß wir ihr lediglich um zu erfahren, ob sie sich noch bücken kann, Orchideen zu Füßen legen. Hier irrt sie ausnahmsweise.

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DIE ZEIT

Nach dem Gipfel

Über allen Gipfeln ist Ruh’: Die Bremer Ratstagung, Carters Staatsbesuch, das Bonner Weltwirtschaftstreffen sind verrauscht.

In Nöten

Mehrere Monate lang war Ruhe in die spanischen Provinzen eingekehrt; seit einer Woche gärt es wieder in Nordspanien. Doch diesmal gehen die Unruhen nicht auf das Konto einer radikalen ETA-Minderheit, die von ihrem anachronistischen Traum eines eigenen Staates sozialistischer Prägung nicht lassen will.

Tod im Kreml

Wo immer in den letzten zwei Jahren das sowjetische Politbüro auftrat, blickte ein hochgewachsener, fast jugendlichen Optimismus ausstrahlender Mann dem alternden Leonid Breschnjew über die Schulter.

Das Ende einer Freundschaft

Die Exekution einer denkwürdigen Freundschaft fand am Mittwoch und Donnerstag statt. In Peking wartete die letzte Gruppe albanischer Studenten auf den Abflug in Richtung Albanien, und in Tirana hoben die letzten wirtschaftlichen Berater aus China in Richtung Heimat ab.

„Affäre Dreyfus“ auf russisch

Der proletarische Bezirk, wo einst die Arbeiter Freiheit vom Zarenjoch forderten – in der vergangenen Woche wurde er zur Klagemauer der Moskauer Juden.

Zeitspiegel

Der Versuch des amerikanischen UN-Botschafters Andrew Young, die Dissidenten-Verfolgung in der Sowjetunion und die Behandlung politischer Gefangener in Amerika einander gleichzusetzen, ermunterte einen Leser der Londoner Times zu einem bissigen Kommentar: „Es kann unmöglich „Hunderte, ja Tausende politischer Gefangener‘ in einem Lande geben, in dem man einem so offenmütigen Dissidenten wie Mr.

Wolfgang Ebert: Abstecher

Den Verantwortlichen für das Protokoll des Carter-Besuches müßte noch nachträglich ein Stein vom Herzen fallen, wenn sie sich ausmalen, was noch alles hätte passieren können, zum Beispiel beim Besuch Carters in Berlin.

Bonner Gipfel: Hymnen wie in Heldenopern

Zum Schluß griff selbst Jimmy Carter zu härteren Sachen. Der Präsident, der im Weißen Haus nichts Hoherprozentiges servieren läßt als kalifornischen Wein, wollte wohl nicht zurückstehen, als seine Gipfelkollegen einen Abschiedstrunk nahmen.

Los der Namenslosen

Der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Norbert Blüm, ist wegen zweier Sätze gerügt worden, die er zum Fall Filbinger im „Spiegel“ geschrieben hatte: „Ob einer im KZ Hitler gedient hat oder an der Front, macht in meinen Augen nur einen graduellen Unterschied aus.

Vollstrecker des Bösen

Auch Zitate haben ihre Geschichte. Von einem der angeklagten Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 vor dem Volksgerichtshof ist ein mutiges Wort überliefert, das den Nationalsozialismus mitten ins Herz traf: Hitler, so lautet es dem Sinne nach, sei „die Inkarnation des Bösen“.

CDU in Baden-Württemberg: Durchhalten bis 1983?

Wenn bei den Buchmachern nicht nur auf Athenagros, Flotow oder Galaxor – alles schnelle Galopper – gesetzt würde, sondern auch auf Hans Filbinger, den badenwürttembergischen Ministerpräsidenten, dann hätte der Umsatz diese Woche seinen Höchststand erreicht.

Filbinger gegen ZEIT

Die 17. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart hat die Klage Filbingers gegen Hochhuth und ZEIT abgewiesen und die Kosten des Rechtsstreits zu zwei Dritteln dem badenwürttembergischen Ministerpräsidenten, zu je einem Sechstel Hochhuth und der ZEIT aufgebürdet.

Nur noch Lippenbekenntnisse

Wie Gebetsmühlen wiederholen die Bonner Sprecher der CDU, was der Partei vorsitzende Helmut Kohl schon vor einer Woche als Losung ausgegeben hat: Kritik an Hans Filbingers Gedächtnisschwäche sei zwar verständlich, aber aus seiner Tätigkeit als Marinerichter könne ihm weder ein politischer noch ein moralischer Vorwurf gemacht werden, und im übrigen stimme es nicht, daß die CDU-Führung über den Rücktritt des Ministerpräsidenten diskutiere.

Gruhl grünt so grün

Fürs erste hat sich der bisherige CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl mit der raschen Gründung seiner „Grünen Aktion Zukunft“ (GAZ) keinen Gefallen getan.

Auf dem Gefrierpunkt

Die DDR-Führung – soeben noch in Honeckers Interview milde gestimmt und kompromißbereit – läßt plötzlich nichts unversucht, um das deutschdeutsche Verhältnis auf den Gefrierpunkt zu bringen.

Sicherheit über alles

Variation Nummer eins: Weil die britische Regierung Anschläge palästinensischer Terroristen befürchtete, war das Treffen kurzfristig vom Londoner Churchill-Hotel in das mittelalterliche Wasserschloß Leeds, siebzig Kilometer südöstlich der Hauptstadt, verlegt worden, Von dort gibt es nur eine Telephonleitung.

Fehlschuß

Als „bedauerliche Fehlleistung“ hat der amerikanische UN-Botschafter Andrew Young inzwischen ein Le-Matin-Interview vom 12. Juli erklärt, in dem er über politische Gefangene in den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion gesprochen hat.

Sommerliches Erschlaffen

War überhaupt was? Schon kann man nicht mehr glauben, daß in Bonn so etwas wie ein Weltwirtschaftsgipfel stattgefunden hat..

Unruhen im Baskenland

Seit der vorigen Woche, als die Polizei unprovoziert und brutal eine Stierkampf-Arena in Pamplona räumte, kommt das spanische Baskenland nicht mehr zur Ruhe, Trotz mehrerer Entlassungen und Strafversetzungen – vom Zivilgouverneur bis zu Polizeiführern – legt es die Polizei unverändert darauf an, Macht zu demonstrieren.

Der Mammon und die Moral

Unterschiedlichste Aussagen füllen seit Wochen, seit Monaten die Seiten der hiesigen Elbe-Jeetzel-Zeitung im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Klebt im Denken

Der „Birkenhof“, ein sozialpädagogisches Heim für Mädchen, ist ins Geräte gekommen. Bei einem Besuch in Hannover gelang es mir, Fürsorgeakten einzusehen.

Der Macher macht’s

Seit sich HA Schult 1961 entschloß, sein Leben in die Kunst einzubeziehen, ist sein Wettlauf mit der Wirklichkeit weltweit: In einer Aktion „Venezia vive“ ließ er in der Nacht vom 10.

Die „Jonges“ wurden wach

Europas größter Heimatverein, wie sich stolz und kühn die „Düsseldorfer Jonges e. V.“ preisen, hat in seinem Kampf um Erhaltung von Eigenart und Brauchtum den bisher größten Erfolg errungen, und dies in völlig ungewohnter Konfrontation mit dem Landtag.

Der Bürgerkrieg im Bürgerkrieg

In der seit dem Tode Francos und der Demokratisierung Spaniens neu anschwellenden Flut von Büchern über den Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939), finden sich neben den Tendenzschriften in beiden Teilen Deutschlands, aufrichtigen oder manipulierten Parteinahmen, auch nach Objektivität strebende Untersuchungen deutscher Historiker über Hintergründe und Einzelaspekte des Konflikts, der durch die Intervention von Hitler, Mussolini und Stalin zum Weltkonflikt wurde.

Thesen und Anti-Thesen zur Erziehung

Gerade noch rechtzeitig wurde in das wilde Hin und Her der abstrakten Argumentationen endlich eine konkrete Frage eingebracht: Wie viele Kinder hat der jeweilige Schreiber eigentlich? (Dieser hat drei.

Die beschränkten Räte

Bernhard Plettner, dem Chef der Siemens AG, steht neuer Ärger ins Haus: Die IG Metall hat sich den größten deutschen Elektrokonzern – gleichzeitig größter privater Arbeitgeber in der Bundesrepublik – ausgewählt, um gerichtlich klaren zu lassen, was in der Mitbestimmung rechtens ist.

Zu wessen Nutzen?

Die Aufgabe, die dem Bundeskartellamt in Berlin gestellt ist, läßt sich mit einem Satz einfach beschreiben: Es soll dafür sorgen, daß der wirtschaftliche Wettbewerb in der Bundesrepublik im Interesse des Verbrauchers nicht durch Absprachen, Kartelle, Fusionen und Monopolbildung eingeschränkt wird.

Flucht nach vorn

Nun läßt sich wohl nicht mehr drumherum reden: Bei den Betriebsratswahlen im Untertürkheimer Werk der Daimler-Benz AG ist nicht alles mit rechten Dingen zugegangen.

Lehrreich

So schnell können sich die Dinge ändern: Die Bauwirtschaft, noch vor zwei Jahren eines der schlimmsten Sorgenkinder der Konjunktur-, auch der Wirtschaftsstrukturpolitik, befindet sich mitten in einem neuen Boom.

Schnecken

Wir hören es täglich aus Brüssel: Die Billig-Importe aus Entwicklungsländern ruinieren unsere heimische Industrie. Und da hatte das Bonner Entwicklungsministerium tatsächlich die Stirn, für T-shirts aus Ceylon zu werben.

Des Kanzlers Beute

In Bonn haben sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrieländer zu ihrer vierten Gipfelkonferenz getroffen.

Bonner Kulisse

Als Arbeitsminister Herbert Ehrenberg das jüngste Sondergutachten der fünf Wirtschaftsweisen auf seine Weise salopp mit der Bemerkung „Schlechtachten“ statt Gutachten abstempelte, hatte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Otto Schlecht „gleich die Ahnung, daß zumindest die wirtschaftspolitische Regenbogenpresse Ehrenbergs Wortspiel auf ihn beziehen werde.

Auf keinen Fall einen Sanierungsfall

GHH ist kein Thema und wird auch keines sein." Toni Schmücker, Chef des VW-Konzerns, beantwortet die Frage, was denn daran sei an der kolportierten Absicht, er wolle sich Europas größten Maschinenbau-Konzern einverleiben, die Gutehoffnungshütte (GHH).

Italien: Konzerne – auf Subventionen gebaut

Jetzt gehe ich in Pension", hätte der 52jährige Raffaele Ursini den Aktionären in der Hauptversammlung der Liquichimica Ende Juni zugerufen, "um die Rettung der Gesellschaft zu erleichtern.

Stars nicht gefragt

Wer wird Nachfolger von Henry Ford II? Vor einer Woche entschied sich, wer es nicht sein wird: Udo Anthony (Lee) Iacocca. Der bisherige Generaldirektor des Ford-Konzerns wurde in die Wüste geschickt.

Aus dem Regen geholt

Nikolaus Fasolt scheint aus dem Schneider – in doppelter Hinsicht. Sein bröckelndes Fliesen-Werk – die Wessel GmbH – wird saniert und sein schwankend gewordener Präsidentenstuhl steht wieder auf festem Grund.

Sparer müssen Zeit gewinnen

Obwohl die Bundesbank seit Mitte Mai dieses Jahres zur Kursstützung der Anleihen des Bundes, der Bahn und der Post weit mehr als vier Milliarden Mark zur Verfügung gestellt hat, sind die Rentenkurse kräftig gefallen.

Kursschub bei den Aktien

Der Ausgang des Bonner Wirtschaftsgipfels hat die Aktienkurse erneut in Bewegung gebracht. In erster Linie wegen der Zusage des Bundeskanzlers, weitere 13 Milliarden zur Konjunkturbelebung zur Verfügung zu stellen.

Firmen und Fakten

Gegen den im Dezember 1977 ergangenen Mahnbescheid (siehe ZEIT Nr. 15, „Manager und Märkte“) hat die Stadtsparkasse Witten sofort Widerspruch eingelegt, so daß das Verfahren nur weitergehen kann, wenn die Deuspa den nötigen Gerichtskosten Vorschuß einzahlt.

Devisen-Seller

Auch im Juli scheint sich der Wert der Mark weiterhin stabil zu halten. Allerdings konnten die zwei anderen legendären Hartwährungen, der Schweizer Franken und der Yen, ihre Kursrelation gegenüber der Mark leicht verbessern.

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