So schnell können sich die Dinge ändern: Die Bauwirtschaft, noch vor zwei Jahren eines der schlimmsten Sorgenkinder der Konjunktur-, auch der Wirtschaftsstrukturpolitik, befindet sich mitten in einem neuen Boom.

Diese Entwicklung gibt nicht nur zur Freude Anlaß. Im Gegenteil: Vor allem in Kreisen der Bundesbank, die das Bau-Elend noch frisch im Gedächtnis haben, wird bereits wieder der Ruf nach Dämpfung der Baukonjunktur laut. Eine solche Dämpfung wäre kaum anders als über steigende Zinsen zu erreichen. Dies aber käme für die meisten anderen Bereiche der Wirtschaft viel zu früh.

Das Problem ist demnach kaum lösbar. Immerhin aber ist es lehrreich. Denn zu einem großen Teil ist die neue Baukonjunktur ein Kind des Staates.Und da die Mühlen der Gesetzgebung nun einmal langsam mahlen, wurden, auch dann noch Belebungsmaßnahmen beschlossen, als der Patient schon wieder sehr lebendig war – zuletzt, zum 1. Juli, das Heizenergie-Sparprogramm. pl