Im europäischen Einkommensvergleich für Führungskräfte besetzen Frankreichs Werkleiter wie in den vergangenen Jahren auch 1977 wieder eine Spitzenposition. In allen übrigen Managementfunktionen sind es die Führungskräfte der Schweiz, die am meisten verdienen. Aber auch die bundesdeutschen Manager können zufrieden sein. Sie stehen in der europäischen Gehaltslandschaft immerhin an zweiter Stelle, und dies, obwohl sie von allen Wirtschaftsführern die jüngsten sind.

Dies geht aus der neuesten europaweit vergleichenden Gehaltsuntersuchung des Management Centre Europe (MCE) in Brüssel hervor. Die Studie basiert auf der Einkommensentwicklung im Jahre 1977 von über 6000 Führungskräften in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft.

Das Schlußlicht bilden wie in den Jahren zuvor wieder die Engländer: Im Durchschnitt am ältesten und gehaltsmäßig am niedrigsten eingestuft, verdienen sie heute die Hälfte dessen, was ihre französischen Managerkollegen nach Hause bringen. Seit 1973 ist das Gehalt eines Topmannes in Großbritannien nur um 33 Prozent gestiegen, das ist kaum ein Drittel von dem, was nötig gewesen wäre, um die Preiserhöhungen der letzten Jahre auszugleichen.

Den geringsten Gehaltszuwachs freilich verzeichnen die Italiener im Vergleich zum Jahr davor. Sie liegen in der europäischen Gehaltsskala um 27 Prozent unter dem Einkommen aller anderen Spitzen-Manager. Jean-Claude Lasanté PDG (President Directeur General) der internationalen Unternehmensberatung Eurosurvey in Paris, filtert aus dem MCE-Vergleich für 1978 einen beachtenswerten Trend: „Die Anfang 1977 relativ hohe Nachfrage nach qualifizierten Kräften aller Management-Bereiche auf der Topebene hält auch in diesem Jahr weiter an. Vertriebs- und Exportleiter werden künftig sogar noch mehr gesucht. EDV-Chefs hingegen sind nicht mehr so gefragt. Das gilt für alle EG-Länder in gleichem Maße wegen des starken Export-Engagements.“

Gehaltserhöhungen werden sich indes kaum auswirken; denn der generell in allen Ländern der Gemeinschaft zu beobachtende Kaufkraftschwund frißt jeden Gehaltszuwachs weitgehend weg. Hinzu kommen außerdem die immer noch erheblichen Unterschiede in der Einkommensteuerbelastung.

Stéphanie Stephan