Überraschend, aber gewiß nicht ohne Absicht, wies Siemens-Chef Bernhard Plettner, 63, der Spekulation um seine Nachfolge eine neue Spur. „Mein Nachfolger wird Techniker sein, weil dies für einen großen Elektro-Konzern sehr wichtig ist. Also kann es nicht mein Bruder sein.“ Bruder Helmut Plettner, 52, war ins entsprechende Gespräch gekommen, als er am 1. April dieses Jahres den Vorsitz in der Geschäftsführung der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH übernahm. Die Siemens-Tochter Osram GmbH führte er schon vorher.

Nun wird es also erst einmal nichts mit der schon farbenprächtig ausgemalten Plettner-Dynastie bei Siemens. Auch der frühere Plettner-Assistent Klaus Barthelt, Chef der Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU), scheint aus dem Rennen; er ist Jurist.

Doch letzten Endes ist dieses Rennen, das vermutlich in zwei Jahren ausgeht, mit Plettners Bemerkung (von draußen beobachtet) nur noch offener geworden. Gehandelt werden jetzt Karlheinz Kaske, 50, und Dieter von Sanden, 57, die Leiter der beiden größten Unternehmensbereiche Energie- und Nachrichtentechnik.

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„Die Zusammenarbeit mit Underberg“, so ein Mitarbeiter der Mainzer Sektkellerei Christian Adalbert Kupferberg & Cie, „gestaltete sich schwierig.“ So schwierig, daß die Kupferberg-Gesellschafter, Christian Andreas Kupferberg und Neffe Heinz H. Freiherr von Schilling, dringend einen anderen Partner suchten – und fanden.

Erst im Mai hatte Emil Underberg das langjährige Engagement bei Kupferberg durch Übernahme eines Aktienpakets von knapp zehn Prozent von der Mainzer Landesbank und Girozentrale auf 52,5 Prozent gebracht. Doch muß dem Magenbitter-Fabrikanten die Freude an seinem neuen Unternehmen schnell vergangen sein: Die Kupferberg-Gesellschafter nämlich versilberten weitere Anteile – an das Binger Whisky- und Rumunternehmen Pott Racke, das schon kurz darauf 25,1 Prozent des Kupferberg-Kapitals von 7,2 Millionen Mark sein eigen nennen konnte. „Eine gute Anlage“, wie es bei Racke heißt, denn das Sektgeschäft läuft hervorragend, weitere Absatzsteigerungen sind zu erwarten.

Das alles gefiel Emil Underberg so wenig, daß er seine gesamte Beteiligung abstieß. Der Käufer war wieder Racke, dessen neuer Besitzstand an Kupferberg: 776 Prozent.