Wir hören es täglich aus Brüssel: Die Billig-Importe aus Entwicklungsländern ruinieren unsere heimische Industrie. Und da hatte das Bonner Entwicklungsministerium tatsächlich die Stirn, für T-shirts aus Ceylon zu werben. Die deutschen Textilfabrikanten reagierten mit der gebotenen Empörung. Und die Schuhfabrikanten taten es ihnen gleich. Schließlich: Wer erst einmal ein T-shirt aus Ceylon gekauft hat, schreckt auch vor Schuhen aus Djibouti nicht zurück.

Während es sich hierzulande noch um säkulare Güter handelt, geht es in Frankreich schon ans Eingemachte. Da schleichen sich die Billigproduzenten doch wirklich auf dem Gourmet-Markt ein. Ungarn und Israel liefern jährlich über sechshundert Tonnen Gänse- und, Entenleber. Auch die meisten „Escargots, de Bourgogne“ sind recht ordinärer Provenienz. Sie krochen einst durch China. Glücklicherweise hat Brüssel für solche Gefahren ein reichhaltiges Abwehrarsenal. Warum immer nur Stahl, Textilien und Chemiefasern schützen? Eine Marktordnung für Schnecken muß her. iml