Rund 400 000 Francs hat die Zentrale für Tourismus, die selbst nicht als Reiseveranstalter auftritt, in diesem Frühjahr und Sommer allein für die Anzeigenwerbung ausgegeben. Beim Locken mit Romantik und Abenteuer bleibt es aber nicht. Bewußt wird auf Anzeigen und Plakaten auch stets angegeben, zu welchem Preis das Ferienvergnügen zu haben ist. Braun: "Wir wollen zeigen, daß Deutschland noch preiswert ist."

Unter den erschwinglichen Vorschlägen werden vor allem die Ferien auf dem Bauernhof langsam populär, obwohl diese Form des Urlaubs in Frankreich nur wenig bekannt ist. Gleiches gilt für die Übernachtung mit Frühstück bei Privatpersonen, für die meisten Franzosen eine Entdeckung, die sie im eigenen Land kaum machen können.

Die Zeiten, als nach Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags vor fünfzehn Jahren die französischen Übernachtungen in der Bundesrepublik drei Jahre lang um je dreißig Prozent nach oben schnellten, scheinen endgültig vorüber. Hinweise auf billige Kinderteller oder preiswertes Benzin kommen gegen die teure Mark nicht an. Sogar die Bundesbahn, die für ein Touristenticket zum Pauschalpreis wirbt, verzichtete nicht auf eine bescheidene, aber unter Umständen kostspielige Fußnote: "Preise unter Vorbehalt erheblicher Wechselkursänderungen".

Klaus-Peter Schmid