Seit der vorigen Woche, als die Polizei unprovoziert und brutal eine Stierkampf-Arena in Pamplona räumte, kommt das spanische Baskenland nicht mehr zur Ruhe, Trotz mehrerer Entlassungen und Strafversetzungen – vom Zivilgouverneur bis zu Polizeiführern – legt es die Polizei unverändert darauf an, Macht zu demonstrieren. Wie es heißt, rächt sie sich damit für den Beschluß Madrids, den Basken den Aufbau einer eigenen Territorialpolizei zu erlauben. Trotzdem hält die Zentralregierung an ihrem Vorhaben fest, dem baskischen Generalrat weitere Kompetenzen zu übertragen. Entsprechende Verhandlungen zwischen dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Fernando Abril und Abgeordneten der baskischen Nationalpartei (PNV) sollen die Zustimmung der baskischen Nationalisten für die Autonomieregelung der neuen Verfassung bringen. Eine erste Annäherung der Standpunkte scheint erreicht, nachdem der Ministerrat am Wochenende autonome Planungs- und Verwaltungsbefugnisse in der Landwirtschaft, der Industrie, dem Handel und dem Städtebau übertragen hat.

Aufnahme: Gamma