Im Bonner Presse- und Informationsamt der Bundesregierung hat man dem liberalen Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff offenbar ganz bewußt übel mitgespielt. Weil Lambsdorff als Teilnehmer des jüngsten Bonner Wirtschaftsgipfels erst nachträglich als Mitglied der deutschen Delegation ins offizielle Presseprogramm eingeklebt wurde, war der Eindruck entstanden, als habe der quicke Graf Mühe gehabt, seine Teilnahme überhaupt durchzudrücken.

Tatsächlich aber hatte Lambsdorff Bundeskanzler Helmut Schmidt schon im März um seine Mitwirkung gebeten, und der Kanzler hatte ihm dies per Brief am 13. April auch amtlich zugesichert. Der Verdacht, daß die Programmgestalter im Presseamt die Kanzler-Zusage ganz, bewußt zu spät zur Kenntnis genommen haben, liegt nahe, denn im offiziellen vom Auswärtigen Amt zusammengestellten Teilnehmer-Programm für die Delegierten des Gipfels war Lambsdorffs Name von Anfang an ausgedruckt. Da mußte nicht nachträglich geklebt werden.

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Manfred Sadlowski, Herausgeber des unlängst im Bonner Wehr- und Wissen-Verlag erschienenen „Handbuch der Bundeswehr“, hatte anfangs alle Mühe, bis er die rund 300 Lebensläufe inklusive Konterfei der wichtigsten Führungsleute des Bonner Verteidigungsministeriums für sein Who is Who in der Bundeswehr beisammen hatte. Sich öffentlich mit Lebenslauf zur Schau zu stellen, liegt der Generalität nicht sonderlich. Erst als Sadlowski die Spitzen der Truppe – Inspekteure zum Mitmachen bewogen hatte, zog die Truppe bis hinunter zum Brigadegeneral mit, wobei der eine oder andere darum bat, diskret zu verschweigen, daß er die Schulbank nur bis zur mittleren Reife gedrückt hatte.

Nachdem das Handbuch dann endlich erschienen war, und jeder General Daten und Fakten seiner Kameraden schwarz auf weiß hatte, konnte Sadlowski sich vor den Zusatzpersonalien, die ihm in? Haus flattern, kaum noch retten. Mal war es die begehrte Ergänzung, daß, Admiral X auch schon ein großes Schiff gesteuert, habe, mal war es der diskrete Hinweis, daß Oberst Y als amtierender Brigadier eigentlich auch ins militärische Who is Who gehöre.

Solchen Eitelkeiten wie auch dem offenkundigen Informationsbedürfnis nach einschlägigen Fakten über Militärs will der Wehr- und Wissen-Verlag mit einer Neuauflage Rechnung tragen. So sollen nun auch die Brigadiers im Obersten-Rang aufgenommen werden, ferner sämtliche Bonner Rüstungs-Lobbyisten und die wichtigsten Führungskräfte aus der deutschen Rüstungsindustrie. Schaden kann solche Transparenz ganz sicher nicht.

Das Bonner Amtsgericht hat nach Bekanntwerden des Strafbefehls gegen den Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Nikolaus Fasolt, weitere Straf befehle wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit finanziellen Zuwendungen an die CDU verschickt. Weil es sich bei den Tätern jedoch nicht um Personen handelt, die im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stehen, werden die Empfänger der Strafbefehle offiziell nicht genannt.