Das Attentat des 20. Juli läßt sich nicht nur rechtfertigen, es scheint moralisch geboten zu sein. Das mag zu der Erkenntnis führen, daß einer Gewaltherrschaft nur mit Gewalt begegnet werden kann, daß ein bedingungsloser Pazifismus nur Utopie oder Flucht vor der Verantwortung ist. In jedem Falle kann der Mut der Verschwörer um Graf von Stauffenberg, die ihr Leben für die Erlangung von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit wagten, für uns eine Verpflichtung sein, beide zu wahren und uns für ihre weitere Verwirklichung entschlossen einzusetzen. Ulrich Kartzke, 20 Jahre

*

Für mich bedeutet der 20. Juli sehr viel, denn mein Großvater fiel am 30. Juli 1944 bei Avranches. Wäre das Attentat auf Hitler gelungen, hätte es kein Avranches gegeben, mein Großvater könnte heute noch leben.

Gudrun Eisele, 17 Jahre

*

Nicht allein der 20. Juli, das Attentat auf Hitler, sondern überhaupt jeder Widerstand gegen die Nazis kann für die Jugend viel bedeuten, aber besonders soll er eine Mahnung sein und zum Nachdenken veranlassen. Zum Beispiel darüber, wie es überhaupt zur Alleinherrschaft Hitlers gekommen ist und wie reaktionslos und blind die meisten Menschen Hitlers Aufstieg ermöglicht haben. Deshalb mahnt das große Ereignis des 20. Juli auch in der Gegenwart. Wachsamkeit, besonders bei der jungen Generation, ist geboten, damit sich Ähnliches nicht wiederholt, daß das Grundgesetz nicht außer acht gelassen wird und alles politische Handeln im Rahmen der „echten“ Demokratie bleibt. Es ist für die junge Generation wichtig, politisches Wissen zu erlangen. Mit diesem Wissen gewappnet kann man dann gegen etwaige Verstöße gegen die Demokratie argumentieren.

Kurt Sperber, 18 Jahre