Die neuen Schuldscheine des Bundes haben die noch in Anfängen steckende Stabilisierung des Rentenmarktes zunichte gemacht. Immerhin scheint es so, daß sich der Rentenmarkt bei einer Rendite von knapp unter sieben Prozent im zehnjährigen Bereich konsolidieren läßt. Das Kreditgewerbe hofft auf den August. Dann steigert sich der Anlagebedarf durch massive Tilgungen. Großanleger lassen für August-Fälligkeiten schon jetzt ein gewisses Interesse erkennen. Aber was nützt dies, wenn die öffentlichen Hände mit Schuldscheinen immer wieder vorpreschen und den Markt leerfegen?

Am Aktienmarkt sind in diesen Tagen neue Jahreshöchstkurse erreicht worden. Ob damit der endgültige Durchbruch zu einer höheren Etage geschafft worden ist, wagen die Börsianer vorerst nur zu hoffen. Zu oft ist der Anstieg schon in diesem Jahr steckengeblieben.

Auch diesmal vollzieht sich die Aufwärtsbewegung stark differenziert. Nicht dabei sind die Versorgungswerte. Sie werden getauscht in sogenannte Wachstumsaktien, zur Zeit vornehmlich in Auto-Werte, die einen neuen Jahreshöchststand geschafft haben. BMW-Aktien profitieren von der in der kommenden Woche beginnenden Bezugsrechtnotierung. Die Unterbringung der jungen Aktien (Ausgabepreis 66,50 Mark) bereitet keine Schwierigkeiten. Viele Leute meinen, daß der BMW-Kurs einen Teil des Bezugsrechtabschlages wieder aufholen wird. Ob dies aber nach der jüngsten Hausse-Bewegung noch der Fall sein wird, ist keineswegs sicher.

Favorisiert werden immer noch die Kaufhaus-Aktien, angeregt durch die in der Diskussion befindliche Senkung der Einkommen- und Lohnsteuer, die – so vermutet man – den Konsum beleben wird. K. W.