Zyperns Präsident Kyprianou muß am Ende seines Griechisch sein – anders läßt sich die bizarre Scharade kaum erklären, die er in der vorigen Woche mit levantinischer Stirn aufgeführt hat. Ein Komplott entdeckte er da plötzlich – eine Verschwörung israelischer Fußballtrainer, griechischer Beamter, der Eokä-B, des pensionierten deutschen Diplomaten Kurbjuhn und, zu allem Überfluß, auch noch des CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß. Die Vorwürfe waren so fadenscheinig, daß der zypriotische Außenminister Rolandis bußfertig nach Bonn gereist kam und dort alles zurücknahm.

Die Erklärung für die bizarre Episode? Sie drängt sich auf, wenn man hinzunimmt, daß Kyprianou auch seinen Chefunterhändler Papadopoulos brüsk entließ – wenige Stunden, ehe die Türken das erste ernstzunehmende Angebot seit Jahren veröffentlichten, das die geplagte Insel der Befriedung näherrücken könnte: 35 000 Griechen, zwanzig Prozent aller Flüchtlinge, sollen in das Seebadestädtchen Varosha zurückkehren und dort unter UN-Verwaltung leben dürfen. Kyprianou nannte dies eine „Seifenblase“ und eine „Bananenschale“. Anstatt das türkische Angebot als Anfang des überfälligen Ausgleichs zu begrüßen, schmähte und verschmähte er es.

Und erfand dann zur Ablenkung byzantinische Märchen wie das Kurbjuhn-Komplott – die Seifenblase der Woche. Th.S.