Der Stammsitz derer von Wolkenstein, die Trostburg oberhalb von Waidbruck in Südtirol, ist nach langen Restaurierungsarbeiten jetzt wieder eröffnet worden. Die erfreuliche Kunde kommt mit Verspätung: Im vergangenen Jahr, als allenthalben die 600-Jahr-Feiern für den Dichter und Sänger Oswald von Wolkenstein zelebriert wurden, konnten die Leute am Eingang des Grödnertals nur auf die Umrisse der stattlichen Familienburg verweisen, denn im Inneren waren die Bauarbeiter noch am Werk. Etwa um 1200 errichteten die Herren von Trostberg an dieser Stelle eine einfache Festung. Graf Engelhard Dietrich von Wolkenstein baute diese im frühen 17. Jahrhundert und im Stil dieser Zeit zu einem prachtvollen Schloß aus. Mit der Pracht war es im Zweiten Weltkrieg vorbei, das Bauwerk wurde stark beschädigt. So blieb es, bis vor einiger Zeit das Südtiroler Burgeninstitut die Wiederherstellung des Gemäuers in Auftrag gab. Jetzt hat das Grödnertal eine neue touristische Attraktion; zwei Vormittagsführungen und drei weitere am Nachmittag legen dafür Zeugnis ab. Der Führer durch die einst gräfliche Behausung ist selbst von blauem Blut. Johannes von Firmian, aus altem Tiroler Adel, geleitet Interessenten durch die Gänge zum Renaissance-Rittersaal, in die „Gotische Stube“, in die Kapelle oder in die kleine Ausstellung, die das Leben des berühmtesten Wolkensteiners spiegelt.