Fast wäre auf den Staatsbesuch Jimmy Carters und den Weltwirtschaftsgipfel, in deren Glanz sich Bonn noch immer sonnt, doch ein Schatten gefallen. Anlaß dazu hätte eine Anzeigenserie geben können, in der sich das emsige Presse- und Informationsamt der Bundesregierung bemüht, die Bürger über weltwirtschaftliche Zusammenhänge aufzuklären. In der Sache korrekt, aber im Datum reichlich unpassend verkündete eine der Insertionen ausgerechnet zur Ankunft des amerikanischen Präsidenten in großen Lettern, daß die Mark draußen das Doppelte weit – sei, der Dollar hingegen nur die Hälfte.

Was Wunder, wenn die Regierungsherolde, die nicht genau genug auf die Einschaltpläne geachtet hatten, weiche Knie bekamen. Doch sie hatten Glück im Unglück. Anstoß nahmen nur ein paar „officials“ der amerikanischen Botschaft in Bonn. Die große journalistische Buschtrommel wurde dagegen nicht gerührt, weil Zeitungsleute nun einmal keine Anzeigen lesen, und die zuhauf mit Carter angereisten amerikanischen Reporter schon gar keine deutschen.

Also heißt es abwiegelnd im Presseamt: „Wir haben einen Schreck gekriegt, aber nur einen kleinen.“ Doch der Stoßseufzer, der ist noch jetzt hörbar.

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Werbung ganz besonderer Art treibt auch die Opposition. Wie schon im vergangenen Jahr nähert sie sich den Urlaubern – damals mit einer Straßenkarte, jetzt, als christliche Partei, mit „10 Geboten für Touristen“. Daraus erfahren die von der Politik wieder eingeholten Ferienkinder, was sie alles beachten müssen, wenn sie sich wirklich erholen wollen – samt dem dezenten Hinweis, daß sie, etwa bei Angebotsvergleichen, im Zweifel auf die in der CDU/CSU-Regierungszeit eingerichtete Stiftung Warentest zurückgreifen sollten. Und wer sich an alle zehn Gebote hält, dem kann nichts mehr widerfahren: „Sicher reisen mit der CDU“ lautet die Verheißung.

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Überhaupt treibt die CDU allerhand Allotria. Den Bonner Journalisten kam dieser Tage eine alpinistische Zeitschrift auf den Tisch, deren farbiges Titelbild einen Menschen zeigt, der sich eine steile Felswand hochmüht. Bei dem Menschen handelt es sich, wie aus dem Begleitschreiben hervorgeht, um den CDU-Generalsekretär Heiner Geißler – photographisch zur Verfügung gestellt von der Parteizentrale für die beliebte Sommerrubrik „Prominenz macht Ferien“. Und bei der Felswand handelt es sich, wie ein zusätzlicher Waschzettel mitteilt, um „eine ungemein kompakte Plattenflucht mit sehr geringen Sicherungsmöglichkeiten“.