Neben Kanada ist die Bundesrepublik zur Zeit der größte ausländische Investor in den Vereinigten Staaten. Im zweiten Quartal dieses Jahres planten ausländische Unternehmen über hundert Investitionsprojekte in den USA. Ihr Wert wird insgesamt auf 1,4 Milliarden Dollar geschätzt. Neunzehn dieser Projekte laufen unter deutscher Regie. Am häufigsten waren ausländische Investitionen im Maschinenbau, in der Chemie und der Kautschukverarbeitung sowie im Nahrungsmittelsektor.

Auf der anderen Seite führt die Bundesrepublik verstärkt Waren aus dem Ausland ein. Das HWWA – Institut für Wirtschaftsforschung kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, daß die Wareneinfuhr in diesem Jahr preisbereinigt um rund sieben Prozent zunehmen dürfte. Damit steigt der Import dreimal so stark wie das Bruttosozialprodukt. Die Auslandskonjunktur kann – so das Institut – davon kräftige Impulse erhalten. Der deutsche Export kommt demgegenüber nur langsam ins Rollen. Das HWWA hält aber eine preisbereinigte Steigerung um rund vier Prozent in diesem Jahr für durchaus erreichbar.

Bei den Nahrungsmitteln scheint die Teuerungsrate langsam zum Stillstand zu kommen. Im Juni lagen die Preise hier im Schnitt nur noch um 0,5 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die Dämpfung des Preisauftriebs ist hauptsächlich auf die Verbilligung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zurückzuführen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lagen – laut Bundesernährungsministerium – die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise um 4,6 Prozent niedriger als in derselben Zeit des Vorjahres. Besonders bei Kartoffeln, Frischgemüse, Eiern und Schweinefleisch machte sich der Preisrückgang bemerkbar.

Benzin ist – allerdings nur an den freien Tankstellen – wieder billiger geworden. Der deutsche Touring Automobil Club weist darauf hin, daß die „Freien“ im Gegensatz zu den Markenstationen in letzter Zeit ihre Preise häufig gesenkt haben. Manchmal bekommt man dort den Liter Normalbenzin schon für weniger als 80 Pfennig, während Vertrags-Tankstellen für den Liter Superbenzin bis zu 99,9 Pfennig kassieren. Der Automobilclub Europa ruft deshalb die Autofahrer zu preisbewußterem Verhalten auf. Außerdem forderte der Club eine schärfere Überwachung der Benzinpreise an Autobahntankstellen durch das Bundeskartellamt.

Die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg legte jetzt ihre Haushaltsbilanz für 1977 vor. Das Ergebnis: Erstmals seit 1974 wurde wieder ein Finanzierungsüberschuß erzielt. Er beträgt immerhin 286,4 Millionen Mark, mit denen jetzt die Rücklagen auf rund 3,2 Milliarden Mark erhöht werden konnten. iml