Seit Peter Zadek ihn nach Bochum holte und enthusiastisch lobte, ist Nathias Neutert, 37 Jahre alt, „eine Art 1-Mensch-Theater“ (Zadek), mit seinem wechselnden Programm kreuz und quer durch die Bundesrepublik gereist. In ihm mischen sich Gauklerkunst, Dichterlesung, Stegreiftheater und Selbstdarstellung zu einer Art „Unterhaltungskunst“, die wirklich auf der Unterhaltung mit dem Publikum basiert. „Der Dichter taumelt ins Freie“ nennt Neutert die kommenden Veranstaltungen (Heidelberger Kunstverein, 5. August; 15. August in Lübeck; Künstlerhaus Bethanien, Berlin, am 26. August), in denen er wieder, aus dem Stegreif, Geschichten erzählt, kurze Szenen spielt, zaubert oder einfach öffentlich mit irgendwem telephoniert. Neuterts Vorbild: Lenny Bruce.

Verleger-Poesie

Simmel ist der Größte, und Droemer ist sein Prophet. Kein anderer Verleger weiß so hingerissen für seinen Dichter in die Harfe zu greifen: Da verwandelt sich selbst ein prosaisches Fernschreiben in eine grandiose Liebeserklärung. Simmel ist wieder da, diesmal mit einer Vorzugsausgabe (für ganze 22 Mark) seines Werkes „Der Stoff, aus dem die Träume sind“. Originalton Droemer: „Dieser unvergeßliche und unvergessene Roman von Johannes Mario Simmel ... auch in der Türkei und in Brasilien... mit großem Erfolg in Deutschland verfilmt... der sich wie ein Alptraum zwischen der gigantischen Welt der Industrie bewegt, in der raffinierte Macher skrupellos Meinungen manipulieren ... Simmel brach in diesem Roman das Schweigen in einem internationalen Skandal...“ Überschrift: „Ein Millionär kommt wieder.“ Immer wieder.