Eine Neuausgabe dieses Buches war längst an der Zeit. Zwar ist Oelsner kein unparteiischer, aber ein stets gerechter Beobachter, fesselnd in der Beschreibung, scharfsinnig in der Analyse, überzeugend in der Argumentation, eher genau als Emphatisch, zum Mitdenken eher auffordernd als zur bloß emotionalen Billigung, abwechslungsreich in der Darstellung, nüchtern und zuweilen ironisch, dann wieder leidenschaftlich: Ein unbekannter Publizist, ein bedeutender Schriftsteller steht hier vor uns.

Sein Werk ist eines der Zeugnisse deutscher Teilnahme an der Französischen Revolution, die Oelsner als den Prozeß der mündig werdenden Vernunft zu begreifen und zu rechtfertigen wußte. Mehr als nur Zeugnisse, sind seine Arbeiten auch Leistungen zeitgenössischer Historiographie, von seinen republikanischen Grundsätzen geprägt und deshalb bei uns heute, wo man sich wieder anschickt, stromaufwärts zu schiffen, als historische Lektionen durchaus aktuell. Der Preis freilich, den keine Herstellungskosten zu rechtfertigen vermögen, steht der notwendigen und wünschenswerten Verbreitung dieses Buches so im Wege, als habe man eine solche nicht herbeiführen, sondern verhindern wollen.