Wirtschaft

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DIE ZEIT

Mit Tito tauschen?

Als Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher vorige Woche zum Treffen mit seinem jugoslawischen Amtskollegen Vrhovec nach Bad Reichenhall fuhr, durfte er noch hoffen, das heikle Problem der Auslieferung von acht Emigranten durch die Bundesrepublik an Jugoslawien werde allein auf dem Rechtsweg entschieden.

Steuerpläne mit Haken

Mit konstruktiven Vorschlägen hat sich der stellvertretende CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Gerhard Stoltenberg, in die Diskussion um das Steuerprogramm der Bundesregierung eingeschaltet.

Aufstand gegen den Schah

Im Iran gärt es. Die großen Städte stehen unter Kriegsrecht. Es gibt Zusammenstöße ohne Ende, Tote, Verwüstungen. Der Schah erlebt, was Tocqueville einst als politisches Gesetz formuliert hat: Aufstände brechen nicht aus, wenn es einem Volk am schlechtesten geht, sondern dann, wenn die Dinge sich bessern.

Chinas Eintritt in die Weltpolitik

Zwei Daten im August 1978 werden die Zeitgenossen sich merken müssen: den 12. August, an dem China und Japan Frieden schlossen und einen Freundschaftsvertrag unterzeichneten, und den 16.

Worte der Woche

"Kennedy ist ein beachtlicher Mann und ein guter enger Freund von mir. Ich nehme ihn beim Wort Er hat erklärt, daß er 1980 nicht kandidieren werde.

Zeitspiegel

Nach über fünf Jahren hat die Bundesanwaltschaft das seit Mai 1973 gegen die bummelstreikenden Fluglotsen betriebene Ermittlungsverfahren wegen Nötigung von Verfassungsorganen eingestellt.

Die Liquidierung des Prager Frühlings

Am 21. August 1968 um 130 Uhr rief mich mein Freund, der ZEIT-Korrespondent Hansjakob Stehle, aus Wien an und sagte: "Ich habe soeben im Radio gehört, daß fünf Armeen des Warschauer Pakts die Tschechoslowakei besetzen.

EDUARD GOLDSTÜCKER: Was die Reformer wollten

Eine der Schwächen der ganzen Demokratisierungsbewegung ist es gewesen, daß sie zu so einem großen Teil improvisiert war. Die Frage ist, ob man der Konfrontation mit Moskau aus dem Wege hätte gehen können.

Der Stern von Camp David

Truppenbewegungen auf ägyptischer Seite, so die offizielle, verschwommene Formel, bewogen den amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter, im Eilverfahren die Kontrahenten Sadat und Begin zu einer Gipfelkonferenz für Anfang September nach Camp David, dem präsidialen Landsitz in den Bergen Marylands, einzuladen.

Eine Krise à la Portugal

Politik auf portugiesisch unterscheidet sich noch immer von den Gepflogenheiten westeuropäischer Demokratien, gleicht gelegentlich einem geduldigen Poker, bei dem viel öffentlich geredet und das Wichtige in den Kulissen entschieden wird.

Hua: hart, geschickt und glücklich

Kommunistische Führer in China haben keine Biographie. Ihr Privatleben wird vor der Öffentlichkeit so verschlossen wie einst der Kaiser hinter den Mauern der Verbotenen Stadt.

Eine Schlappe für den Kreml

Für die Pariser Zeitung Le Monde kündigte das "spektakuläre Ereignis" die Geburtsstunde eines "neuen Asiens" an; für die sowjetische Nachrichtenagentur Tass war es schlicht und einfach ein "Diktat Pekings".

Mit schiefer Schlachtordnung

Nahezu jeden Tag macht ein englischer Politiker eine neue Rechnung auf, was wohl die Wahlplakate kosten, auf denen eine lange Schlange vor der Tür steht, hinter der es Arbeitslosenunterstützung gibt.

Abenteurerurlaub

"Ach, mehr oder weniger zufällig", erklärte er mir, "vor zwei Jahren waren wir in den schon legendären 120-km-Stau auf der Autobahn Karlsruhe–Basel geraten.

Stauffenberg: Auch mit der KP

Überraschend ist die Frage aktuell geworden, wie es möglich war, daß aus so unterschiedlichen politischen und weltanschaulichen Lagern stammende Menschen gemeinsam den Widerstand gegen Hitler und den Nationalsozialismus geführt haben, welche Ziele sie verbanden und welche Verzichte auf eigene Ziele sie etwa eingingen.

Wohlwollen immer nur vor den Wahlen?

Das größte Ballungsgebiet der Bundesrepublik gilt gemeinhin nicht als ein bevorzugtes Interessenobjekt der Parteien. Jeweils vor Wahlen mag sich das stimmenträchtige Ruhrrevier mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern noch im Wohlwollen der großen Politik sonnen, danach verschwindet es meist, schnell wieder im Schatten der Aufmerksamkeit.

Einiges ist zu entwirren

Helmut Kohl, zurück von der Ferienidylle am Wolfgangsee, hat der FAZ verraten, er sei "jetzt fit, wie selten in meinem Leben"; die Gunst der Stunde nutzend, hat er sich gleich mit der CSU angelegt.

Fukuda will Ministerpräsident bleiben

Im Dezember 1978 läuft Fukudas Amtszeit als Präsident der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) ab; die Neubesetzung dieses Postens erfolgt nach der reformierten Parteisatzung nicht mehr durch Absprache unter den mächtigen Parteibaronen, sondern durch ein Vorwahlverfähren im November, in dem zwei Kandidaten für eine abschließende Stichwahl bestimmt werden.

DOKUMENTE ZUR ZEIT: "Mit klingendem Spiel"

Vor siebzehn Jahren, am 13. August 1961, haben wir die Staatsgrenze der DDR zu Westberlin unter feste Kontrolle genommen und die Sicherung unserer Staatsgrenze gegenüber der BRD verstärkt.

Patt in Argentinien

Staatschef General Jorge Videla ist aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und hat den Vorsitz in der Militärjunta niedergelegt, so daß er künftig nur noch das Amt des Staatspräsidenten wahrnehmen wird.

Kriegsrecht in Persien

Mindestens 13 Menschenleben haben nach amtlichen Angaben die am vergangenen Donnerstag in Isfahan ausgebrochenen Unruhen gefordert.

Die aussichtsreichsten Kandidaten

Nur noch 26 der 115 wahlberechtigten Kardinäle sind Italiener, gleichwohl ist es immer noch wahrscheinlich, daß ein Italiener der nächste Papst wird.

Kirche zu verschenken

Immer häufiger lassen Pfarrgemeinden ihre denkmalwürdigen Gotteshäuser verkommen

Zeitliches aus Niedersachsen: Ein Stück Mensch

Die Statistik ist keineswegs sprachlos, doch sie kann einem schon die Sprache verschlagen. Statistiker sind nicht pingelig; was sie als Objekt erkannt haben, was sie zahlen- und datenmäßig erfassen wollen, was sie in Rubriken, Schaubildern, Kästchen, Kurven, Texten und Fußnoten für wen auch immer sammel-, abheft- und verfügbar machen, hat seine Identität verloren.

Schleswig-Holstein: Lautloser Zugriff

Daß die nach Osten führenden Straßen im Lübecker Stadtteil Schlutup direkt an die Grenze zur DDR stoßen und dort wie abgeschnitten enden, hat im Alltag der Hansestadt keine besondere Bedeutung mehr.

Bayern: Noch mal richtig kassieren

In Bayern kommt der Nikolaus in diesem Jahr schon Ende Oktober. Zumindest für knapp drei Dutzend Landtagsabgeordnete heißt es um diese Zeit, das Bankkonto freizuhalten für einen fetten Eingang aus dem Parlamentsetat.

Die Sprache der Mörder

Wenn Worte töten können – im Stürmer des "Frankenführers" Julius Streicher geschah es, Woche für Woche: mit erfundenen Geschichten über sogenannte Ritualmorde, mit ausgedachten Berichten über Schändungen, mit halluzinatorischen Ergüssen über Blutreinheit, mit denunziatorischen Fingerzeigen auf "undeutsche" Abweichler.

Warschauer Getto: Als die Hölle siegte

Was alles kann ein Mensch ertragen? Kazimierz Moczarski zum Beispiel. Der Offizier der polnischen "Heimatarmee" (Armin Krajowa), der im Untergrund gegen die Deutschen gekämpft hatte, war von den Stalinisten, die 1945 sein Land in ihre Gewalt genommen hatten, im Januar 1946 zu zehn Jahren Haft verurteilt und anschließend noch zwei Jahre lang verhört worden; erst 1956, im Zuge des "Tauwetters", hatte ihn ein anderes Gericht zum Unschuldigen erklärt.

Von der Gottesmutter zu Hans Sachs

Sechzehn Jahre später ist die Inkubationsfrist abgeschlossen. Das Jahr 1861 hat übel begonnen, mit dem Pariser "Tannhäuser"-Debakel, und ist übel seinen weiteren Weg gegangen, unter anderem mit den entmutigenden Wiener "Tristan-Proben, deren qualvoller Verlauf dem Werk den Stempel der Unaufführbarkeit aufzuprägen droht.

Der Zyniker im Weißen Haus

Um es vorwegzunehmen: Die deutsche Exportwirtschaft wird nicht zusammenbrechen, obwohl sie für den Dollar nur noch 1,92 Mark erlöst.

Kämmerer an der Klagemauer

Seit nunmehr vierzehn Tagen stehen Deutschlands Bürgermeister zu Hunderten an der Klagemauer. Die Kommunalchefs tun so, als würden ihre Städte in einem bisher in der Geschichte einmaligen Handstreich bis auf den Grund geschleift: Denn in Bonn hat sich ein übermächtiger Gegner gerüstet, Städten und Gemeinden den Garaus zu machen; die Bundesregierung will 1980 die Lohnsummensteuer streichen.

Status-Symbol

Vom Oktober an wird endlich auch Saudi-Arabien einen eigenen Sitz im Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds haben. Dieses Gremium ist für die laufende Geschäftsführung des Fonds zuständig.

Abkehr?

Noch hat die IG Metall keinen Grund zum Jubeln. Von den 22 Klagen gegen die Aussperrung während des baden-württembergischen Metallarbeiterstreiks hat sie gerade ein Verfahren gewonnen.

Das Kind beim Namen genannt

Mit Milliarden-Beträgen aus dem Bundeshaushalt will Finanzminister Hans Matthöfer durch die Förderung von Innovationen die Struktur der deutschen Wirtschaft verbessern.

Amerikanisches Roulett

Wem der Spielteufel im Nacken sitzt, dem wird in diesem Jahr in Atlantic City und Umgebung an der Südküste von New Jersey wirklich allerhand geboten.

Marx mit Markt

Tatarenmeldungen gleichen die jüngsten Rechenschaftsberichte der kommunistischen Parteichefs über die Wirtschaftslage in ihren Ländern.

Brüsseler Spitzen

Als das "finanzielle Gewissen" der Europäischen Gemeinschaft hatte der Präsident des europäischen Gerichtshofes, Hans Kutscher, im Oktober 1977 in Luxemburg die Mitglieder des neu gegründeten Rechnungshofes der EG bei ihrer Vereidigung tituliert.

Börsenspekulation: Der Eremit von Chur

Er macht wieder Schlagzeilen, nachdem es lange Zeit um ihn recht still war: Hermann D. Krages, heute 69 Jahre alt, einst Holzhändler in Bremen, der als bekanntester Aktienjongleur der Nachkriegszeit die deutsche Börse jahrzehntelang in Atem gehalten hatte, Feind der deutschen Großbanken, macht von neuem gegen eine von ihnen Front.

Peugeot wird mit den Chrysler-Töchtern...: In den Klauen des Löwen

Die Zukunft dieses Hauses scheint mir beachtlich", schrieb Anno 1819 ein französischer Unterpräfekt an seinen Vorgesetzten. Er hatte eine Werkstatt mit einer "äußerst einfallsreichen Maschine zum Stanzen von Sägezähnen" in der Nähe des Städtchens Montbeliard besichtigt.

Die Angst der Engländer vor den Franzosen

Industrieminister Eric Varley konnte seinen Ärger nicht verbergen. "Der Geist des Abkommens hat eine Schramme bekommen." Schließlich hatte er vor wenigen Jahren – entgegen seinem eigenen Urteil und nur auf Weisung des Kabinetts Wilson – ein Paket staatlicher Hilfen für Chrysler geschnürt, um den US-Konzern in Großbritannien zu halten (siehe Artikel: Management by Amputation).

Management by Amputation

Chrysler-Boß John Riccardo hat man in Detroit nicht umsonst den Spitznamen "der Flammenwerfer" verpaßt. Dem vom Bilanzbuchhalter zum Vorstandsvorsitzenden aufgestiegenen Italo-Amerikaner sagt niemand nach, daß er von Skrupeln geplagt sei, wenn es darum geht, Hindernisse auf dem Weg zum Ziel auszuräumen.

Aufatmen bei den Renten

Rechnungen des Bundesfinanzministers, wonach er bereits mehr als 80 Prozent des Nettokreditbedarfs des Bundes für 1978 gedeckt hat, führten am Rentenmarkt zu einer Neubesinnung.

Firmen und Fakten

Die in Teilbereichen der Frachtschiffahrt entstehenden Verluste lassen sich durch die Überschüsse anderer Betriebszweige nicht mehr ausgleichen.

Zeitraffer

Rund 141 Milliarden Mark haben die 24 Millionen Privathaushalte in der Bundesrepublik im Wirtschaftsjahr 1976/77 für Nahrungsmittel ausgegeben.

Alte Grenze ist überholt

Halstenberg: Nun sind sich ja alle vier Parteien einig, daß die alte Grenze von 600/1200 Mark überholt ist. Sie paßt nicht mehr zu den inzwischen veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen.

Manager und Märkte

Das Hamburger Landgericht hat die sogenannten "Abschreibungsreeder" in helle Aufregung versetzt. Die Kammer sieht es nämlich als erwiesen an, daß Heiner Braasch, einstmals Herr über 16 Abschreibungsschiffe und heute steuerflüchtig, einen Teil seiner Kommanditisten übers Ohr gehauen hat.

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