Landesflaggen und Dienstflaggen können als Hißflaggen nur an aufrecht stehenden oder um nicht mehr als 45° geneigten Flaggenmasten gesetzt werden, weil andernfalls, insbesondere bei Anbringung an einem horizontalen Flaggenstock oder beim Hinaushängen aus dem Fenster, der Bär nicht aufrecht stehend, sondern in horizontaler Lage erscheinen müßte. Der Bär soll nach dem Flaggenmast blicken.

Aus den Ausführungsvorschriften zum Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Berlin“

Kein General Gobert?

In Hamburg scheint man von einer Horror-Idee abgekommen zu sein: nur „im Notfall“, so hat der neue Kultursenator Tarnowski erklärt, wolle man eine Generalintendanz für die beiden großen Sprechtheater (Schauspielhaus, Thalia) einrichten, nur im Notfall also den Wettbewerb zweier konkurrierender Häuser zugunsten eines Theater-Großkonzerns abschaffen. Deshalb will Tarnowski jetzt Vorgespräche mit möglichen Schauspielhaus-Intendanten führen – den Anfang machte, am Dienstag, Stuttgarts Claus Peymann: sicherlich neben Ivan Nagel der denkbar beste Nachfolger für Ivan Nagel, doch bis 1982 vertraglich an Bochum gebenden. Auch die Namen von Tarnowskis anderen möglichen Gesprächspartnern (Peter Zadek, Rudolf Noelte) zeigen, daß man in Hamburg eine provinzielle oder auch – eine weitläufig glatte Lösung nicht mehr anstrebt; und daß man dem Machtanspruch Boy Goberts, der ganz Theater-Hamburg alleine regieren möchte, mindestens Mißtrauen entgegenbringt.

„Temperamente“ nicht erwünscht

Wenn eine Zeitschrift „Temperamente“ im Titel und „Blätter für junge Literatur“ im Untertitel verspricht, sucht man solchen Wildwuchs nicht unbedingt in der Einöde staatlich gerodeter Literatur der DDR. Temperament ist in einem Ein-Parteien-Staat nicht erwünscht. Das bekamen – nach der Zwangs-Exilierung vieler eigenwilliger Autoren – jetzt auch die Redakteure dieser Kulturzeitschrift der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) zu spüren: Sie wurden auf die Straße gesetzt. Als das erste Heft der „Temperamente“ im Herbst 1976 erschien, mochten die Schriftsteller noch davon träumen, in „Temperamenten“ könne sich zeigen, „welches die wichtigen Grunderlebnisse der Generation sind, die mehr zu tun hat, als die Tapete in das Haus zu kleben, das Kommunismus heißen wird“. Nach dem ersten Heft 1978 ist nun die gesamte Redaktion entlassen worden. Rulo Melchert (Chefredakteur), seine Stellvertreter Fritz-Jochen Kopka und Michael Berger und die Lektoren Jochen Laabs, Richard Pietraß, Joachim Walther, Frank Hörnigk verrieten für Literatur-Funktionäre immer noch zuviel Temperament, obwohl sie den Anteil sowjetischer Beiträge und damit den Bromgehalt der Zeitschrift kräftig erhöht hatten.

Film an der Uni