Was die Arbeitsgruppe "Lockheed-Dokumente" des Bundesjustizministeriums ursprünglich als "geheim" gestempelt hatte, wird demnächst mit der Veröffentlichung als Bundestags-Drucksache entmythologisiert: sämtliche Vorgänge um die Beschaffung von Flugzeugen bei der US-Firma Lockheed.

Zur Erinnerung: Bestechung von Politikern im Zusammenhang mit Flugzeugkäufen von Lockheed hatten weltweite Skandale in Holland, Italien und Japan ausgelöst. Daß Parteien und Politiker in der Bundesrepublik (Franz Josef Strauß) ebenfalls in die Lockheed-Affären verwickelt waren, ist immer wieder behauptet worden, Schuldbeweise hat die Untersuchungskommission unter dem pensionierten Bundesrichter Gerd Meyer nicht gefunden.

Im übrigen aber enthält der Bericht eine Fülle recht bemerkenswerter Hinweise über die Praxis der Rüstungslobby. Pikant ist unter anderem eine Passage über den CDU-Abgeordneten Manfred Wörner, immerhin ein potentieller Verteidigungsminister. Manfred Wörner war Ende 1974 zusammen mit dem Assistenten der CDU-Arbeitsgruppe Verteidigung, Major Horst Prayon, in die Vereinigten Staaten geflogen. Beide hatten dort auch die Firma Lockheed besucht. Der inneramerikanische Flug von Los Angeles nach New York war von der Firma Lockheed bezahlt worden.

Werners Assistent Prayon hatte vor dem Lockheed-Ausschuß erklärt, er habe keine Bedenken gehabt, die Kosten für die CDU/CSU-Fraktion dadurch möglichst gering zu halten.

Der Arbeitsgruppe unter Richter Meyer erschien dennoch bedenklich, daß sich ein Mitglied des Bundestages Reisen von Firmen bezahlen läßt, die an seinem Votum ein unmittelbares Interesse haben. Allzu leicht könne bei diesen Firmen der Eindruck entstehen, daß solche Aufwendungen zur Förderung des Absatzes nützlich seien.

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Isa Ehrenberg, Ehefrau von Arbeitsminister Herbert Ehrenberg darf sich seit kurzem als gute Fee in einem modernen Märchen betrachten. Sie erhielt sich ihre fleißige Putzperle, indem sie mithalf, deren Ehemann einen neuen Bonnnahen Arbeitsplatz zu beschaffen.