In seinem klugen Buch über die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft beschreibt der amerikanische Computerexperte Joseph Weizenbaum den besessenen Programmierer, den hageren, meist ungewaschenen Typ, der Tag für Tag an der Programmierkonsole eines Computers überstunden macht und wild vor sich hin programmiert – nur um des Programmierens willen. Einen "Hacker" nennt Weizenbaum diesen Mann, den es in jedem größeren Rechenzentrum gibt, und der nicht selten sogar sein Bett am Computer aufgeschlagen hat, um die Nächte auszunutzen, in denen der Roboter ihm allein dienen kann.

Ich habe mir diesen Hacker nie recht vorstellen können, bis – ich selbst ein Hacker wurde. Seit Wochen vernachlässige ich meine Familie, meinen Beruf und meine Gesundheit. Denn ich habe auf meinem Schreibtisch einen Computer stehen, einen Apparat so groß wie eine Büroschreibmaschine. Was ich auf seiner Tastatur tippe, erscheint auf dem Bildschirm, der oben auf dem Gerät thront.

PET heißt der Computer, was eine Abkürzung für Personal Electronic Transactor sein soll, eine umständliche und ungebräuchliche Bezeichnung, die der Hersteller, die amerikanische Firma Commodore, nur erfunden hat, weil das Kürzel so freundlich klingt. Pet, damit bezeichnen die Amerikaner ein liebes, verhätscheltes Haustier. Und petting bietet sich als Verb für die Tätigkeit an dem Gerät an – 95 Prozent der Käufer in den USA, wo PET schon Bestseller ist, sind Männer.

Computer, das waren bis vor kurzer Zeit noch gewaltige Maschinenkomplexe, die ganze Stockwerke füllten und nur in präzise klimatisierten Räumen richtig funktionierten. Die Mikroelektronik hat sie zusammenschrumpfen lassen, und unempfindlich gemacht. Der Stecker an der – ach wäre es doch häufiger so – ausreichend langen Schnur wird in den Wandkontakt gesteckt – das ist alles.

Mit PET unterhält man sich in einer besonderen Sprache, in BASIC, was wiederum eine Abkürzung ist für etwas, das viel weniger besagt, BASIC ist kinderleicht zu lernen. Es hat nur wenige Vokabeln wie INPUT, READ, GET, AND, OR und so weiter. Basic English ist damit verglichen eine äußerst komplizierte Sprache. Die wenigen Wörter reichen aus, um höchst intelligent mit dem Apparat zu parlieren. Man schreibt damit Befehle, und wenn sie falsch formuliert oder unlogisch sind, dann teilt dies PET in lapidaren Bemerkungen mit – darin ist er sehr wortgewandt.

Genaugenommen spricht er zwei Sprachen, nämlich auch noch eine Maschinensprache, die mich besonders fasziniert, weil ihre Benutzung zur Erkenntnis hinführt, wie der Computer funktioniert.

Für den normalen PET-Bediener aber dürfte BASIC die Verständigungsgrundlage sein. Doch worüber verständigen sich Mensch und Computer? Was kann PET?