Liebe ist nicht immer nur schön. Jedenfalls soll sie nach Ansicht einiger Fachleute für Mückenmädchen so unangenehm sein, daß ein einmal begattetes fortan das Weite sucht, sobald sich ein Mückenmann nähert.

Auf dieser Philosophie basiert Mosquito Repeller, ein zigarettenschachtelgroßes, orangefarbenes Kästchen. Für 59 Mark kann man es bei der Hamburger Firma Contronic erstehen. Dazu gehört dann noch eine Batterie. Wer energiebewußt ist, darf 330 Mark bezahlen und erhält dafür die Solarversion. Sonnenlicht lädt hier die eingebaute Batterie auf.

Der Apparat piept. Er tut dies je nach Einstellung an einem Rädchen, das eigentlich nur die Lautstärke regeln soll, mit einem Ton, dessen Frequenz zwischen 2600 und 3000 Hertz liegt, also selbst für ältere Leute noch im Hörbereich.

Das Piepen soll das Surren imitieren, das männliche Mücken mit ihrem Flügelschlag hervorrufen. Mithin müßte es, so die einleuchtende Theorie, die von der ersten Liebeserfahrung geschockten Mückendamen vertreiben. Und da überhaupt nur werdende Mückenmütter Menscheu stechen, müßte das elektronische Piepkästchen die Plagegeister vertreiben.

Ich habe es ausprobiert. Mutig begab ich mich an einen besonders mückenreichen Nebenarm der Alster – die entblößte Brust trotzig dem Feind dargeboten.

Er kam. Mücken setzten sich auf meine Haut. Das konnten nur die harmlosen, sein, die nichtschwangeren, dachte ich. Denn meinen Schutzapparat hatte ich mir um den Hals gebunden – er tönte laut und schrill.

Doch irgend etwas stimmte wohl nicht. Ich wurde fleißig gestochen. Vielleicht lag es an der Tonhöhe. Also verstellte ich sie. Es half nicht, ich verstellte sie noch einige Male – vergeblich. Zerstochen begab ich mich kratzend heim.