Feuilleton

Kein Leben vor dem Tod

Im Jahr 1970 verläßt ein junger Mensch aus gutbürgerlichem Hause seine Heimat Dänemark und Europa, r

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Zeichen gesetzt

Die Farce war perfekt: In eine Mischung aus Absurdität und repressiver Freundlichkeit begrüßten drei Sicherheitsbeamte am Flugsteig 4 des Flughafens Berlin-Tegel.

Eine Autobahn für Deutschland

Beinahe ist es schon vertraute Tagesschau-Routine: Einmal in der Woche zeigt sich Staatssekretär Günter Gaus, der Leiter unserer Ständigen Vertretung in Ostberlin, der deutschen Fernsehnation vor dem DDR-Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten.

Politik auf Portugiesisch

Nach vier Wochen ist die portugiesische Regierungskrise zumindest formal beendet: Am Dienstag wurden 15 parteilose Minister und zwei Staatssekretäre eingeschworen, das Kabinett des parteilosen Alfredo Nobre da Costa: drei Offiziere und 15 Technokraten.

Der neue Kalte Krieg

Nun bringen sie wieder Raketen nach Hanoi. Diesmal sollen die russischen Waffen nicht Bomber und Kriegsschiffe der Amerikaner abschrecken, sondern den chinesischen "Erbfeind" Vietnams.

"Spiel" mit Muscheln

Todesstrahlen waren bislang ein Standard-Utensil in Science-fiction-Romanen. Jetzt drohen sie, waffentechnische Wirklichkeit zu werden.

Worte der Woche

"Wenn wir unter der CDU nichts anderes als ein Veto-Kartell verstehen, wenn die Gruppen einander das Nachdenken verbieten, dann sind wir zwar eine Aneinanderreihung von Sonderinteressen, aber keine politische Kraft.

Ein Prachtkerl aus Rautenkranz im All

Die Freude über die Mitfahrgelegenheit in der Kosmonautenkapsel "Sojus 31" ließ die Zeitungen in der DDR für eine Weile die Abgrenzungsdoktrin vergessen: "Der erste Deutsche im All ein DDR-Bürger", jubelte das SED-Blatt Neues Deutschland und mit ihm die gesamte DDR-Presse.

Melancholisch, brillant und streng

Lang ehe Valentin Falin im Mai 1971 zum Botschafter der Sowjetunion In Bonn ernannt wurde, hatte sich sein Ruf als eines ungewöhnlich befähigten Diplomaten in der Bundesrepublik herumgesprochen.

Zeitspiegel

Wenige Tage vor dem Nahostgipfeltreffen in Camp David hat der ägyptische Staatspräsident Sadat ein neues Zeichen für seinen guten Willen gesetzt.

Kommissar Computer in Nöten

Es schien, als sei Horst Herold, der Präsident des Bundeskriminalamts, umgehend für die Panne seiner Fahnder bei der Observation des Terrorismus-Trios im Odenwald bestraft worden: Am Dienstag dieser Woche beschloß die Innenminister-Konferenz, daß künftig nur mehr der Bundesinnenminister, nicht aber – wie bisher – auch der Generalbundesanwalt und jedes Bundesland das Wiesbadener Amt mit der Verfolgung terroristischer Straftaten soll beauftragen dürfen.

Schützer oder Schnüffler?

Die Glaubwürdigkeit der Sicherheitsorgane stehe auf dem Spiel, der Verfassungsschutz sei dabei das Hauptproblem; das Mißtrauen ihm gegenüber sei nie so groß gewesen wie jetzt.

"Es war fast wie ein Wunder"

Schwarz oder weiß, nein: grau – oder eben ein nicht ganz reines Weiß? So wie das Rauchzeichen, dieser einzige drahtlose Kontakt der den Papst wählenden Kardinäle zur Welt, die Menschen auf dem Petersplatz zunächst ratlos zum Kamin auf der Sixtinischen Kapelle starren ließ, so widersprüchlich ist jetzt das – vorschnelle – Urteil über den Mann, der sich die Namen seiner beiden Vorgänger wie ein doppeltes, doch eben deshalb nicht ganz eindeutiges Gütezeichen zugelegt hat: Johannes Paul I.

Zwiespalt eines Liberalen

Viele meinten, der demokratische Senator George McGovern sei von allen guten Geistern verlassen, als er jetzt den Einmarsch einer internationalen Friedenstruppe nach Kambodscha vorschlug.

Juristischer Seiltanz

Der Streit um die Auslieferung von acht Exilkroaten an Jugoslawien – im Austausch gegen vier dort festgehaltene Terroristen aus der Bundesrepublik ist dem Verständnis des Normalbürgers längst entrückt.

Im Angesicht der Angeklagten

Wenn jene reden, die der Hölle entrannen. An einem der Düsseldorfer Gerichtstage sagte der israelische Zeuge Festes Ziporra am Ende seiner Befragung: "Es ist noch niemand geboren worden, der das Leben in Maidanek beschreiben könnte.

Geiselnahme in Nicaragua: Steinreich, grausam und verhaßt

Vor zwei Monaten gab sich Anastasio Somoza, seines Zeichens- (noch) Präsident von Nicaragua, höhnisch-selbstbewußt: "Ich will niemanden daran hindern, Geld zu verlieren", kommentierte er eine Erklärung der Arbeitgeber, sich an einem geplanten Generalstreik zu beteiligen.

Nach Huas Husarenritt

Mit einem Lächeln flog Hua Kuo-feng von der Adriaküste bei Pula über Teheran nach Peking zurück. Der chinesische Parteichef und Ministerpräsident verließ die Region des Balkan in der Gewißheit, die Sowjetunion während zweier Wochen gedemütigt zu haben wie selten zuvor.

Giscard gibt nach

Frankreichs Staatspräsident Giscard d’Estaing hat die sommerliche Ferienruhe seines Landes dazu genutzt, um sich ohne großes Aufheben die Erfüllung eines lästig gewordenen Vertrages allmählich vom Halse zu schaffen.

Neue Regierung im Iran: Trotzdem kein Ende der Unruhen

Mit dem bisherigen Senatspräsidenten Jaafar Sharif-Emami hat der Schah einen Mann zum Nachfolger des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Amouzegar bestellt, der zur "alten Garde" des politischen Establishments im Iran zählt.

Gemeinsam gegen Rassismus

Stein des Anstoßes für die neun EG-Länder sowie Kanada, Australien und Neuseeland, die vorzeitig die Konferenz verlassen haben, waren zwei Abschnitte einer 27 Punkte umfassenden Schlußerklärung.

Wetterleuchten am Horizont

So hoffnungslos verkrustet können die etablierten Parteien eigentlich nicht sein, wenn sie sich über die Verdrossenheit, die ihnen und der Politik entgegenschlägt, so viel Gedanken machen wie gerade in den letzten Tagen.

Problem der "Grauzonen"

Wir wünschen diesen Verhandlungen im Interesse des Weltfriedens, im Interesse der globalen strategischen Parität, durchgreifende Erfolge.

MODELL ÖSTERREICH

Lipizzaner, Karajan und Kreisky – der kleine Nachbar ist moderner als Kritiker behaupten

In der Spirale

Die beiden Supermächte bemühen sich seit sechs Jahren um ein zweites Salt-Abkommen – bislang vergebens. Die Gespräche über Truppenverringerungen in Europa (MBFR) begannen im Jahre 1973, doch sie haben sich bisher nicht vom Fleck gerührt.

Getret’ner Quark

mit der Feststellung ankündigt, daß es sich hier um eine "umfassende Darstellung" des Deutschlandbildes handle. "Sein Buch zeichnet, so objektiv wie möglich und so engagiert wie nötig, ein gültiges, neues Bild der Deutschen.

Eppler in der Löwengrube

Angenommen, der SPD-Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen oder bayerischen Landtag hätte seinen Werdegang und seine politischen Ziele ausgebreitet – wer wohl hätte sich für diese Unternehmen interessiert? Wer, Hand aufs Herz, hätte überhaupt die Namen dieser Herren gekannt? Auch der niedersächsische Oppositionsführer Ravens, immerhin jahrelang Minister in Bonn, und wohl auch die meisten Kabinettsmitglieder von heute, hätten mit einer solchen Hervorbringung kaum die Druckmaschinen eines Verlags in Gang gesetzt.

Geschickter Taktiker

Baden-Württemberg hat eine neue Landesregierung. Am 30. August ist Lothar Späth von der absoluten CDU-Mehrheit im Stuttgarter Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt und unmittelbar danach sein Kabinett vereidigt worden.

Es ging nur ums Geld

Der wahre Skandal: Während das US-Gift Kepone im Salz verstaut wird, liegt es bei uns noch in offenen Deponien

Clevere Marsmenschen

Die Industrialisierung links des Rheins, wo stets ein frischer Wind von der nahen niederländischen Küste für klare Luft sorgt und Schornsteine die grüne Idylle nicht beschatten, wird von dem Düsseldorfer Wirtschaftsminister Horst-Ludwig Riemer (FDP) und Regierungspräsident Achim Rohde (FDP) als Kernstück einer weitsichtigen Strukturpolitik betrachtet.

Ein Markenartikel in Bonn

Wäre das nicht gegen jedes Protokoll und allen Anstand, so müßte unter diesem Bild stehen: Walter Henkels begrüßt Jimmy Carter.

Nur der Tod als Ausweg?

Gleichwohl, Du warst ein Freund. Auch durch die Dir zur Last gelegten Taten hast Du nicht aufgehört, ein Freund, gewesen zu sein.

Vierzig Stunden sind kein Tabu

Von "Dammbruch" sprechen die einen, die anderen vom "Durchbruch". Die maritimmartialischen Metaphern werden bemüht, weil künftig knapp 2000 Arbeitnehmer weniger als vierzig Stunden in der Woche arbeiten werden: Sechzigjährige nur noch 32 Stunden, 56- und 58jährige etwas mehr.

Die Zeche zahlt der Bund

Der Streit wirkt so, als sollte man ihn ernst nehmen: Genossen balgen sich mit Genossen, Liberale mit Liberalen, Politiker des Bundes mit Politikern der Länder und Gemeinden.

Bonner Kulisse

Was die Arbeitsgruppe "Lockheed-Dokumente" des Bundesjustizministeriums ursprünglich als "geheim" gestempelt hatte, wird demnächst mit der Veröffentlichung als Bundestags-Drucksache entmythologisiert: sämtliche Vorgänge um die Beschaffung von Flugzeugen bei der US-Firma Lockheed.

Prozeßfreudig

Daß Kernkraftgegner jede Gelegenheit nutzen, die Erzeugung von Atomstrom zu verhindern, ist ihr gutes Recht, solange sie sich selbst an Recht und Gesetz halten.

Phantasie

Drei Milliarden Mark – das ist schon eine Summe, an der sich Phantasie entzünden kann. Wenn dann noch dazu kommt, daß das in diesem Ausmaß über-flüssige Unternehmen, VW nämlich, im Blick auf die bevorstehende Kapitalerhöhung mit hochglänzenden Informationen allüberall Kurspflege betreibt; daß obendrein das berühmte Sommerloch nach der Füllung mit Zeitungsenten geradezu schreit – dann herrschen wirklich phantastische Zeiten.

Die Sturheit zahlte sich aus

Zum zweitenmal hat jetzt das Berliner Kammergericht der Firma Hoffmann-La Roche aufgegeben, ihre Preise für die Medikamente Valium und Librium nicht unwesentlich zu senken.

Neue Aktion

Der Forschungsminister kündigte eine technologie-politische Aktion an, deren Aufgabe sein wird, die Wechselwirkungen zwischen moderner Technologie, Mensch und Arbeitsplatz zu erörtern.

Das Hü und Hott des Herrn Leutwiler

Lieber Freund, wir können schon etwas vereinbaren, aber wir haben zwei Regierungen. Ich kann nur für das Weiße Haus, nicht aber für das Capitol sprechen", pflegte der frühere amerikanische Finanzminister Fowler zu sagen.

Tummelplatz für 400 Milliarden

Euromärkte – wenn es sie nicht gäbe, müßten sie erfunden werden. Aber Präsident Carter hätte ein leichteres Leben, wenn es sie nicht gäbe.

Das Volk setzt sich durch

Die Österreicher werden ihre Lohnsteuersenkung haben. Finanzminister Hannes Androsch ist es müde geworden, den Widerstand gegen die Steuersenkung ohne jede Hilfe seiner Regierungskollegen leisten zu müssen.

Korsett für Hammelkeulen

Und wenn alles zu Bruch geht, kommt bestimmt auch noch einer und will dann eine Marktordnung für Wanzen." Mit diesen Worten geißelte Josef Ertl vor kurzem in Brüssel die zunehmende Perfektionierung des gemeinsamen Agrarmarktes durch immer neue Subventionen, Einfuhrschleusen und andere "ordnende" Eingriffe.

Es lebe der Kapitalismus

So einfach ist das: "Steigende Arbeitslosigkeit ist kein zwingendes Gesetz der Welt von heute. Sie bleibt nur dann eine Fatalität, wenn wir unsere Wirtschafts- und Sozialpolitik weiter auf überholten Theorien aufbauen.

Pakt mit dem Klassenfeind

Die Landpost", das grüne Wochenmagazin, Fach- und Familienblatt für Landwirtschaft und Garten mit Sitz in Konstanz, fragte unlängst ganz besorgt: "Schwenken die deutschen Genossenschaften jetzt nach linksaußen ab?" Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Gründer der ländlichen Genossenschaften zur Grünlichen Selbsthilfe, würde sich im Grabe herumdrehen, könnte er zur Kenntnis nehmen, auf was sich seine Nachfahren im Deutschen Raiffeisenverband eingelassen haben – auf eine Verbindung mit dem Klassenfeind.

Deutsche Banken in den USA: Hilfe von der Konkurrenz

Beim Kampf um Zins und Zinseszins stoßen US-Bankiers im heimischen Revier immer häufiger auf Wettbewerber mit zungenbrecherischen Namen wie Fuji Bank, Deutsche Genossenschaftsbank oder Westdeutsche Landesbank.

Börsen-Report: Voller Unruhe

Seit Beginn dieser Woche steht wieder einmal fest, daß die Börse keine Einbahnstraße ist; Nach mehreren Wochen ununterbrochener Aufwärtsbewegung traten jetzt Rückschläge ein, die nicht nur als "Konsolidierung" bezeichnet werden können.

Zeitraffer

Auch wenn es nach dem Kalender noch nicht so weit ist: der Herbst ist da. Und nicht nur das rauhe Wetter zeigt uns dies an, auch die ersten traditionellen Herbstmessen signalisieren das Ende des Sommers, bevor er so recht stattfand.

+ Weitere Artikel anzeigen