Die Gelsenberg -Hauptversammlung brachte es an den Tag. Auf Befragen bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende Rudolf von Bennigsen Foerder, Chef der Gelsenberg-Mutter Veba, jawohl, Walter Cipa erhalte von Gelsenberg eine Pension. Cipa war dort einst Vorstandschef, mußte nach der Übernahme durch die Veba weichen und ist heute in gleicher Position beim angeschlagenen Elektro-Riesen AEG tätig.

Nun ist es freilich üblich, daß derlei Pensionen nur gezahlt werden, solange der Gegangene keinen neuen Brötchengeber gefunden hat. Hier aber – es geht angeblich um monatlich 20 000 . Mark – folgte man dieser Übung nicht. Im Bergbau allerdings hat das Nichtbefolgen sparsamkeitsbetonter Übungen wiederum Tradition. Schließlich gibt es da einen Spruch, der sinngemäß lautet: Die Bergbaubosse waren die letzten Feudalherren, zahlten (fürs Unternehmen) wenig Steuern, machten hohe Verluste, nur verdienen, das konnten sie.

Noch aus einem anderen Grund mag man Cipa das kleine Zubrot gönnen: Nach einer Liste des Wirtschaftsmagazins Capital rangieren die AEG-Manager mit einem Durchschnittsgehalt von jährlich 409 834 Mark erst an 28. Stelle. Die Varta-Herren, beispielsweise, verdienen dreimal soviel.

Jeden Tag, so weiß man in der Geschäftsführungsetage des Frankfurter Feinkostunternehmens Lacroix, kann die Meldung kommen: "Wir sind verkauft." Seit Wochen nämlich sondiert die Lacroix-Mutter International Telephon & Telegraph (ITT) Möglichkeiten, die Frankfurter Tochter abzustoßen. Das Lacroix-Management ist daran allerdings nicht beteiligt. Die Verkaufsverhandlungen führt die ITT-Konzernzentrale in New York, beraten nur von einem Abgesandten aus dem Europa-Hauptquartier des Multis in Brüssel.

Als potentieller Käufer gilt die im Nahrungsmittelbereich tätige amerikanische Firmengruppe H. J. Heinz ("47 varieties"). Robert M. Kuypers, Managing Director der Heinz-Gruppe für Europa, bekundete schon öffentlich Interesse an Lacroix: "Wir sind bestrebt, unsere Position in der Bundesrepublik auszubauen."

Er hatte sich im brasilianischen Busch verkrochen, Interpol fand ihn vergangene Woche dennoch: Erich Wolf, den früheren Chef der im August 1976 zusammengebrochenen Verbrauchermarktkette "SB mehr wert". Weil es bei der größten Nachkriegspleite im deutschen Einzelhandel offenbar nicht mit rechten Dingen zugegangen war, ermittelt die Lübecker Staatsanwaltschaft gegen Wolf, der zuletzt über 18 Häuser, 3500 Beschäftigte und eine knappe Milliarde Umsatz gebot.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Selfmademan Wolf heute betrügerischen Konkurs zur Last mit einer bisher, festgestellten Schadenssumme von 116 Millionen Mark. Oberstaatsanwalt Hannemann: "Wolf hat die Inventarlisten zum Jahresende 1975 gefälscht und Buchhaltungsunterlagen beiseite geschafft." Mit der so geschönten Bilanz, die Gewinne statt Verluste auswies, sei Wolf dann erfolgreich auf Kommanditistenfang gegangen. Die neuen Teilhaber steckten noch einmal Millionen in das marode Unternehmen.