Am Fernsehprogramm interessieren mich populär-wissenschaftliche und kulturelle Beiträge, sowohl Filme über fremde Länder als auch Sendungen über Theater, Oper und darstellende Kunst. Politische Journale, die sich speziell mit Inlandspolitik befassen, haben oft einen zu kleinen Informationswert, da Interviews – gerade Politiker verstehen es sehr gut, zwanzig Minuten lang "nichts" zu sagen – selten Reportagen ergänzen, sondern als Hauptbestandteile gesendet werden. – Beiträge, die gesellschaftspolitische und soziale Tendenzen und Probleme behandeln, finde ich sehenswert, da sie das Gespräch über spezifisch menschliche Konflikte fördern, die sonst nicht erörtert würden. Diese Filme bauen Hemmschranken ab. Sie ermöglichen eine Beschäftigung mit Fragen des Menschseins, die mancher ohne Anstoß durch eine Fernsehsendung nicht den Mut gehabt hätte zu stellen. Helga Wessely, 17 Jahre

Beim Fernsehprogramm geht offenbar Quantität vor Qualität. Wie soll man sich sonst erklären, daß so viele massenweise in Amerika produzierte Serien gesendet werden, bei denen der Rahmen der Handlung immer gleich ist. Schon am Anfang weiß man, wie es endet: Das Gute siegt, das Böse liegt zerschmettert am Boden. In der restlichen Sendezeit werden Wiederholungen gezeigt. Für Jugendliche gibt es nur eine interessante Musiksendung (Rock-Pop), die aber nur alle zwei Monate.

Man hat den Eindruck, daß die Programmmacher nur daran denken, daß die Kasse stimmt. Von qualitativ hochwertigem Fernsehen ist keine Rede mehr. Regina Anselm, 14 Jahre

* Das Fernsehprogramm ist für mich generell uninteressant. Eine Ausnahme bilden die Nachrichten und manchmal ein Spiel- oder Dokumentarfilm. Es gibt Sendungen, die mich interessieren, aber beim Festlegen der Sendezeiten werden offenbar in erster Linie Nachtmenschen berücksichtigt. Obwohl das Fernsehen in der Bundesrepublik nicht kommerziell ist, finde ich, daß sein Niveau nicht weit von dem des kommerziellen amerikanischen Fernsehens entfernt ist. Meist wird nur das gesendet, von dem man glaubt, daß die Massen es sehen wollen.

Ich bin sicher, daß die Möglichkeiten des Fernsehens weitaus größer sind, als man jetzt glaubt. Es ist schade, daß man das Fernsehen fast nur als Unterhaltungsmedium benutzt.

Christine O’Brien, 16 Jahre

Spielfilme im Fernsehen sind zwar kein ungetrübtes Vergnügen, denn die nur im Kino zu erreichende und zu erlebende Atmosphäre fehlt, aber trotzdem lassen sich allerlei Pluspunkte aufzählen: