Ein neues Teilchen, das angeregte Ypsilon, haben Physiker am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg beobachtet. Das Forscherteam aus acht deutschen und drei ausländischen Universitäten, vom Max-Planck-Institut für Physik in München sowie von DESY selbst verkündete die Beobachtung eines angeregten Zustands des im Mai in Hamburg nachgewiesenen Teilchens Ypsilon am Donnerstag letzter Woche bei einer internationalen Tagung in Tokio. Das angeregte Ypsilon (auch Y’ – "Ypsilon-Strich" – genannt; siehe ZEIT vom 19. August: "PETRA läßt die Teilchen laufen") ist nicht nur ein Teilchen mehr im wohl schon überfüllten Zoo der nicht mehr ganz so elementaren Elementarteilchen. Es ist vielmehr eine weitere Bestätigung dafür, daß auch das Ypsilon-Teilchen aus zwei "Bausteinen" besteht, die Physiker Quarks nennen. Genau wie einem aus Proton und Elektron zusammengesetzten Atom (Wasserstoff) können die beiden Quarks im Ypsilon durch mehr oder weniger starkes gegeneinander "Schwingen" in angeregte Zustände versetzt werden, die dann als Teilchen mit entsprechend höherer Masse in der Natur auftreten – wie eben das jetzt am Doppelring-Speicher DORIS bei einer Strahlenergie von 10,02 Gigaelektronenvolt beobachtete angeregte Ypsilon. GH

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Der europäische Magnetosphären-Satellit GEOS-2 scheint eine Kollision im All überstanden zu haben. GEOS-2 startete am 14. Juli von Cape Canaveral und wurde am 2. August in seiner geostationären Umlaufbahn voll funktionsfähig, allerdings nur für drei Tage. Am Morgen des 5. August stellten die Mitarbeiter im ESOC-Kontrollzentrum in Darmstadt Unregelmäßigkeiten fest. GEOS-2 arbeitet seitdem mit einer instabilen Spannungsversorgung. Das Experiment zur Messung des thermischen Plasmas wurde stark gestört. Gordon Wrenn, einer der Experimentatoren, vermutet, daß ein Sonnenzellenfeld des Satelliten durch eine Kollision mit "Weltraummüll" beschädigt wurde. Die europäische Raumfahrtbehörde ESA will dies allerdings weder bestätigen noch dementieren. GEOS-2 wurde von der ESA zum Studium der Wechselwirkung zwischen Sonnenwind und irdischer Magnetosphäre eingesetzt. Der Satellit ist der Ersatz für den im April 1977 gestarteten GEOS-1, der wegen eines Fehlers in der zweiten Stufe der amerikanischen Delta-Trägerrakete seine vorgesehene Position über dem Äquator nicht erreichte. HR

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"Zigarettenrauchen spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung chronischer Lungenkrankheiten und stellt eine ernste Bedrohung für Personen mit bereits vorhandenen Krankheiten der Koronararterien dar": Das ist das Fazit eines neuen Reports, mit dem die American Medical Association 14 Jahre Forschung auf dem Gebiet "Tabak und Gesundheit" zusammenfaßt. Das 15-Millionen-Dollar-Projekt, das von sechs US-Tabakfirmen gefördert wurde, umfaßte 759 Einzelstudien, die zwischen 1964 und 1975 durchgeführt wurden. GH

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Die wirtschaftlichen Konsequenzen von Alkoholmißbrauch und Zigarettenrauchen in den USA schätzt das Fachblatt World Smoking & Health für das Jahr 1976 allein auf fast 72 Milliarden Dollar, wovon 44,2 Milliarden Dollar aufs Konto der Säufer und 27,5 Milliarden auf das der Raucher gehen. Größter Einzelposten ist jeweils der "Produktionsverlust" mit 20,6 beziehungsweise 19,1 Milliarden Dollar, gefolgt von den direkten Kosten für medizinische Betreuung (Alkohol: 11,9, Tabak: 8,2 Milliarden Dollar). Das größere Minus der Alkoholiker summiert sich vor allem aus den Kosten für Autounfälle (6,6 Milliarden Dollar) und Gewaltkriminalität (zwei Milliarden Dollar) – zwei Posten, die bei den Rauchern nicht zu Buche schlagen. Kleinster Einzelposten sind die Verluste durch Feuer: 375 Millionen Dollar Schaden durch alkoholisierte Zündler, 176 Millionen durch zündelnde Raucher. GH