Furcht vor der Narkose? Angst vor dem Einschlafen? Das verstehe ich nicht. Einschlafen ist doch schön", sagte die Ärztin Gisela E. während meines letzten Besuches und träfe mit dieser Bemerkung, müßte ich nicht operiert werden, meinen seitenpfadigen Sinn für Humor.

"Es gibt einen Piks. Und noch einen. Reiter spüren Sie nichts", sagt der Chirurg Dr. R. und meint es, dessen bin ich sicher, ebenfalls erheiternd. Statt für diese Aufmunterung mit einem, wenn auch leicht verbogenen Lachen zu danken, bekomme ich einen Weinkrampf.

"Frisium", sagt er gezielt und sagt es so, daß die augenblickliche Ruhigstellung eines Menschen eigentlich ohne Einnahme dieser Tabletten wirksam werden müßte. Dennoch möchte ich mich nicht darauf verlassen. Trotz meiner Abneigung gegen "die Psyche absichernde" Medikamente werde ich täglich die verordnete Menge schlucken.

Bis zur Operation sind es noch vier Tage.

Wie mir auffällt, verabschiede ich mich am Telephon nicht mehr mit "Tschüs" oder "Mach’s gut", sondern mit "Auf Wiedersehen".

Natürlich weiß Dr. R., daß ich weiß, daß es bei der Dauer des vorzunehmenden Eingriffs "mit einem Piks und noch einem" nicht sein Bewenden haben kann.

Die Narkose gliedert sich in drei Phasen: