Drei Milliarden Mark – das ist schon eine Summe, an der sich Phantasie entzünden kann. Wenn dann noch dazu kommt, daß das in diesem Ausmaß über-flüssige Unternehmen, VW nämlich, im Blick auf die bevorstehende Kapitalerhöhung mit hochglänzenden Informationen allüberall Kurspflege betreibt; daß obendrein das berühmte Sommerloch nach der Füllung mit Zeitungsenten geradezu schreit – dann herrschen wirklich phantastische Zeiten.

Nun ist allerdings nicht alles unwahr, was sich derzeit an Spekulationen um die Aufkaufgelüste von VW rankt. Wahr etwa ist der Kern: Die Lust ist da und das Geld auch. Wahr ist auch, daß es mal Kontakte zur Gutehoffnungshütte gab. Alles andere ist (noch) Phantasie. Nun hat ja Phantasie, die auch ein bißchen wahr ist, ihre Reize. Wenn aber kolportiert wird, VW habe Interesse am maroden Elektrokonzern AEG, wird aus Phantasie schierer Unsinn, AEG ist billig, gewiß, aber eben auch marode. Da könnte VW das Geld auch verbrennen.

Ein Gutes hatte der Unsinn allerdings: Der AEG-Kurs tat einen, standesgemäß bescheidenen, Sprung nach oben. Unser Rat: schnell verkaufen. Die Wirklichkeit ist so rauh. rf