Seit Beginn dieser Woche steht wieder einmal fest, daß die Börse keine Einbahnstraße ist; Nach mehreren Wochen ununterbrochener Aufwärtsbewegung traten jetzt Rückschläge ein, die nicht nur als "Konsolidierung" bezeichnet werden können. Den Anlaß für die kursdrückenden Verkäufe bildeten die wachsenden Spannungen in Nahost. Schließlich ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß die nicht an einer Verständigung zwischen Ägypten und Israel interessierten Politiker und Militärs alles daran setzen werden, um die unter Leitung des amerikanischen Präsidenten Carter vorgesehenen Verhandlungen zwischen dem ägyptischen Präsidenten Sadat und dem israelischen Ministerpräsidenten Begin zum Scheitern zu bringen. Pessimisten malen einen Ölboykott an die Wand.

Die plötzlich entstandene Unruhe lähmt nicht nur die Aktienkäufer, sondern veranlaßt vor allem die Börsenprofis, die in den letzten Wochen so reichlich entstandenen Kursgewinne in die Scheuer zu bringen. Diese Tendenz beschränkt sich nicht auf die deutschen Aktienmärkte. Auch Wall Street meldet "Angstverkäufe". An beiden Plätzen gibt es aber auch Mutige, die gegen den Strom schwimmen. K. W.