Architektonische Vorleistung

Wenige Tage vor dem Nahostgipfeltreffen in Camp David hat der ägyptische Staatspräsident Sadat ein neues Zeichen für seinen guten Willen gesetzt. Dem Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, ließ er mitteilen, daß in Kürze ein ägyptisches Architektenteam nach Israel reisen werde, um an der Wiederherstellung der Al Aqsa Moschee mitzuarbeiten. Die Moschee ist auf den Grundmauern des alten jüdischen Tempels erbaut worden; deshalb wird ihr Standort von Juden wie Arabern als heilige Stätte beansprucht. 1969 war die Al Aqsa von einem geistesgestörten australischen Christen in Brand gesteckt und schwer beschädigt worden. Bei seinem Israel-Besuch im November vergangenen Jahres betete Präsident Sadat in der Moschee als Geste der Versöhnung. Der gleiche Geist, so scheint es, soll nun nach Camp David hinübergehen.

Tanten in der Schweiz

Lange Jahre galt sie als Musterbeispiel fliegerischer Zuverlässigkeit, die dreimotorige Ju 52, liebevoll "Tante Ju" genannt. Drei Exemplare dieses "Wellblech"-Flugzeuges tun noch heute Dienst, und zwar in der sparsamen Schweizer Luftwaffe, die sie vor 39 Jahren – wenige Monate vor Kriegsausbruch – zum damaligen Stückpreis von rund 330 000 Mark kaufte. Weil ein moderner Ersatz heute rund vier Millionen Mark kosten würde, fliegen sie trotz ihrer 10 000 Starts und Landungen und rund 50 000 Flugstunden weiter – freilich auf Sparflamme: Die Reisefluggeschwindigkeit wurde drastisch gesenkt, um Sprit zu sparen und die "Substanz" zu erhalten. Die Lufthansa übernahm den Typ 1932 als "komfortable schnelle Reisemaschine".

Exodus der Karen

Nachdem Burma in den vergangenen Monaten seine Bangla-Deshi-Minderheit, immerhin 300 000 Menschen, ins benachbarte Bangla-Desh vertrieben und sich dann nur sehr widerwillig bereit erklärt hatte, die Flüchtlinge wieder zurückzunehmen, scheint sich jetzt ähnliches mit einer weiteren Minderheit zu wiederholen. Mehr als 4000 Angehörige des Karen-Stammes sind bereits als Flüchtlinge im Nordosten Thailands aufgetaucht. Sie berichteten, daß die burmesische Armee sie ausgeraubt und ihre Häuser niedergebrannt hätte, offensichtlich in der Annahme, sie seien Mitglieder der Nationalen Befreiungsarmee der Karen, die seit Jahren für einen autonomen Staat kämpft.