Horst Georg Koblitz: Inflation – Preis unserer Demokratie? Verlag Ploetz KG, Freiburg/Würzburg 1978, 128 Seiten, DM 7,90.

Was sich der Verlag (bekannt durch seine geschichtlichen Nachschlagewerke und historisch-politischen Sachbücher) mit der neuen Reihe. "Taschenbücher im Zeitgeschehen" vorgenommen hat, gelang ihm mit diesem Bändchen: ein zeitnahes Problem aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in knapper, verständlicher Form zu behandeln. Die Antwort des 42jährigen Assistenten an der Universität Bochum auf die Frage des Titels: Ja – was aber nicht Kapitulation bedeutet. Er begreift Inflation nicht als rein ökonomischen Prozeß, sondern als Ergebnis von Anspruchsverhalten und gesellschaftlichen Konflikten. Schön, wie er Erklärungen und Bekämpfungsversuche in historische, ja philosophische Zusammenhänge einordnet. Vollbeschäftigung, Verteilungsgerechtigkeit, Wachstum, das Anspruchsverhalten von Gruppen und Individuen – diese ganze Palette der Ursachen beschreibt er in einer Sprache, die (beinahe) jeder versteht. Er hat kein Stabilisierungsprogramm anzubieten. Aber seine heimliche Liebe gehört wohl dem Sozialpakt, der vertraglichen Verhaltensabstimmung Zwischen allen Gruppen und dem Staat. R. H.