"Dreckige Hunde" von Karel Reisz. Im Überangebot der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes wurde der jüngste Film des Briten Reisz – nach "Dog Soldiers" von Robert Stone – als eines jener Produkte abgestempelt, das Amerikas Vietnam-Trauma oberflächlich ausschlachtet. Wer seine Augen öffnet, sieht freilich einen rasanten Action-Thriller: Ein Kriegsberichterstatter, dessen Moral im Kriegsgrauen gründlich verbogen würde, will bei seiner Heimkehr flugs noch einige Kilo Heroin in die USA schmuggeln lassen. Sein Freund, der Ex-Mariner Ray Hicks – überraschend überzeugend porträtiert von "Neu-Siegfried" Nick Nolte – findet sich so plötzlich in einem Kalifornien, das fatal an Vietnams Dschungelszenerie erinnert: Mit Heroin und der Ehefrau des Freundes (Tuesday Weld) auf der Flucht vor sadistischen FBI-Killern und ebenso gewalttätigen Rauschgifthändlern, überlebt Nolte nur mit Frontkämpferinstinkt und Maschinenpistole. Wenn sich der animalische Superheld am Ende gar als einst friedfertiges Blumenkind entpuppt, gibt Reisz ("Spieler ohne Skrupel") nicht nur ein bitteres Statement zum amerikanischen Selbstverständnis ab, sondern interessiert sich – wie in all seinen anderen Filmen auch – für die Beschädigungen, die ein Mensch in einer westlichen Gesellschaft erleidet.

Belanglos

"Gott sei Dank, es ist Freitag" von Robert Klane. Nach "Nur Samstagnacht" konnte der Freitagabend nicht allzu lange auf sich warten lassen: man verbringt ihn natürlich in einer Diskothek, die den zynisch bezeichnenden Namen "Zoo" trägt und von John-Travolta-Ersatz Jeff Goldblum gemanagt wird. Zu stumpfsinnig stampfendem Synthetik-Sound spult sich eine Nicht-Handlung ab, die sich aus dummen Scherzen, Klischees aus der Klamottenkiste und Pseudoproblemen zusammensetzt und mit dem Plattenstar Donna Summer garniert ist. Wer amerikanische Musicals liebt, sieht mit Schaudern weiteren Produkten der Disco-Welle entgegen. Wer Diskotheken liebt, wird sich vermutlich aufatmend in die nächste flüchten. Bodo Fründt

Empfehlenswerte Filme

"Der kleine Godard" von Hellmuth Costard. "Floating" und Lalai Dreamtime" von Michael Edols. "A. Constant" von Christine Laurent "Pretty Baby" von Louis Malle (siehe Seite 42>. "Convoy" von Sam Peckinpah.