In der deutschen Großchemie geht es wieder aufwärts.

Aus heutiger Sicht werden BASF, Bayer und Hoechst für 1978 zwar geringere Gewinne ausweisen als für das Geschäftsjahr 1977, doch zeigt eine Quartalsanalyse (siehe die unten stehende Tabelle), daß es bei allen drei Gesellschaften sowohl mit dem Umsatz als auch mit dem Gewinn wieder aufwärts geht. Da sich die Geschäftsbelebung auch in den Monaten Juli und August fortgesetzt hat, ist davon auszugehen, daß die deutsche Großchemie die Talsohle nunmehr hinter sich lassen konnte. Unter diesen Umständen sind Hoffnungen auf die Beibehaltung des letzten Bardividendensatzes von übereinstimmend sechs Mark gerechtfertigt. Das Gewinnminus dieses Jahres dürfte innerhalb der Rücklagenbildung aufgefangen werden können.

Zwar verläuft die Entwicklung bei allen drei Unternehmen in der Tendenz gleich, doch ist unverkennbar, daß die BASF-Gruppe mit ihrem Umsatz im 1. Halbjahr (er liegt um gut ein Prozent unter Vorjahresstand) am schlechtesten abgeschnitten hat. Ende Juli hatte aber auch die BASF die Umsatzzahl des Vorjahres wieder erreicht. Für das Gesamtjahr 1978 rechnet BASF-Vorstandsvorsitzender Matthias Seefelder mit einem Umsatz etwas über dem Vorjahresniveau. "Das Ergebnis werden wir aber nicht ganz erreichen, da Kostensteigerungen auf die Erträge drücken."

Frühere Scheidemandel-Vorstandsmitglieder wurden nicht entlastet.

Bei der Scheidemandel AG, Berlin, brachte der überraschende Verlustabschluß für 1977 die Aktionäre gegen die früheren Vorstandsmitglieder Otto W. Fischer und Gerhard Steinkopf auf, denen Mismanagement vorgeworfen wurde und die deshalb von der Hauptversammlung keine Entlastung erhielten.

*

Opposition gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Beton- und Monierbau AG.

Die am 4. Oktober stattfindende Hauptversammlung der schwer angeschlagenen und nur durch Landesbürgschaften geretteten Baugesellschaft verspricht lebhaft zu werden. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz wirft der Verwaltung unter anderem vor, durch ein "miserable" Informationspolitik den Aktionären schweren Schaden zugefügt zu haben.