Safaris und Sandstrände – eine gute Kombination, um Touristen ins Land zu locken. Perfekt aber wird dieses Attraktionsduo erst, wenn sich als Drittes die Stabilität hinzugesellt, zumal wenn es sich um ein afrikanisches Land handelt. Von Kenia ist hier die Rede und seinem dreifachen S als Garantie für Spaß und Sicherheit im Urlaub.

Sonnenhungrige Amerikaner und Europäer, vor allem die Deutschen, haben das honoriert. Als Touristenland steht Kenia in Schwarzafrika an erster Stelle, der Fremdenverkehr ist nach dem Kaffee Devisenbringer Nummer zwei.

Doch in der vergangenen Woche wurde Yomo Kenyatta zu Grabe getragen, der Mann, dessen Persönlichkeit und Autorität dem Land zu Stabilität und einem gewissen Wohlstand verholfen hatten. Was kommt nun? Politische Prognosen sind eine riskante Angelegenheit in Afrika. Fest steht nur: Vieles wird sich ändern, selbst wenn die Stammesrivalitäten nicht wieder ausbrechen. Die Kenianer werden in den nächsten Monaten an Abgründen vorbeimarschieren.

Die Touristen im Busch und am Meer mag das wenig kümmern. Sie interessieren sich vor allem, das hat die Erfahrung leider gezeigt, für die eine Frage: Driftet das Land nach links ab? Hier allerdings sei eine Prognose gewagt: Der Ferientourist mag ruhig sein. Bis dahin ist’s noch weit. Denn Militanz und Extremismus, ob rechts, ob links, sind für die meisten Kenianer bislang Fremdwörter. Was nicht heißen soll, daß dies immer so sein muß. Diejenigen, die von der bisherigen Entwicklung profitiert haben, wissen, was sie zu verlieren haben. Vielleicht sind sie deshalb eher bereit, in Zukunft zu teilen. Damit es bei der Entwicklung bleibt. Gabriele Venzky