Der ehemalige Ministerialdirektor im Bonner Verteidigungsministerium, Herbert Laabs, der im Zusammenhang mit der Ende 1977 bekanntgewordenen Spionage-Affäre Lutze seinen Hut nehmen mußte (Frau. Lutze war Laabs Sekretärin), hat ein neues Betätigungsfeld gefunden.

Der im Frühjahr aus dem Staatsdienst ausgeschiedene Laabs ist unter die Lobbyisten gegangen. Laabs ist Bonner Kontaktmann einer in München beheimateten Umwelt-System-GmbH, hinter der verschiedene Interessenkreise vermutet wurden: Mal wurde sie der SPD zugeschrieben, mal der CSU, mal der Wirtschaft, mal den Gewerkschaften.

Die Vieldeutigkeit hat Gründe: Die Gesellschaft, die vor zehn Jahren mit Stadt- und Regionalplanungen begann, bei der Schaffung des Bayerischen Umweltministeriums mitwirkte und sich inzwischen dem weiten Feld des Umweltschutzes verschrieben hat, vertritt nämlich gemeinsame Interessen verschiedener Gruppen: der Bauwirtschaft und der Energiewirtschaft, dann der Betriebsräte aus den Unternehmen der Energieversorgung, der Bauindustrie oder der Chemie. Die gemeinsame Interessenlage des keineswegs immer harmonisch miteinander umgehenden Kreises: die einen fürchten den staatlichen Umweltschutz als Jobkiller, die anderen als Investitionsbremse. Die Umwelt-System-GmbH berät auch den "Aktionskreis Energie der Betriebsräte, eine Pro-Kernkraft-Lobby.

SPD-Mann Herbert Laabs, der sein Büro beim Zentralverband des Baugewerbes unterhält, kann da mit seinen guten Verbindungen bis hin zum-Kanzler sicher viel helfen.

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Eduard Knellecken, stellvertretender Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZV), wegen seiner Anzeigenkampagne gegen allerlei ungesunde Kost (z. B. Zucker) rotes Tuch für verschiedene Verbände der Ernährungswirtschaft, ist für seine Ärztekollegen nun zum grünen Tuch geworden.

Knellecken, der bislang der CDU zugerechnet wurde, hat den Ärzteverbänden nämlich vorgeschlagen, si;h den Grünen Listen anzuschließen. Von dem Verband der Niedergelassenen Ärzte und dem Hartmann-Bund erhielt er freilich eine deutliche Abfuhr. Hartmann-Bund-Vorsitzender Horst R. Bourmer meinte, die Ärzteverbände wären schlecht beraten, wenn sie sich parteipolitisch einseitig festlegen; ließen. Die Knel.ecken-Forderung kommentierte Bourmer mit den Worten: "Da kann ich nur lachen."