Im Versicherungsgeschäft mit und um den Urlaub schließt sie eine Lücke: die Versicherung für Fahrten auf Autofährschiffen. Wie bei anderen Versicherungen auch, lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen und die Zahlen zu vergleichen.

Man muß nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen, dem Untergang des Schiffes, um auf die Idee zu kommen, sein Auto gegen Schäden auf der Fahrt von Ufer zu Ufer zu. versichern. Beim Rangieren auf ungewohnt engem Raum im Bauch der Schiffe, auf nassen Rampen und Planken bekommt der Kotflügel schnell etwas ab, der Kühlergrill wird verbogen, die Stoßstange kriegt eine Delle – Schäden, die in der Werkstatt schon ganz schön zu Buche schlagen können.

Die Reederei des Fährschiffes würde nur in seltenen Fällen die Rechnung zahlen, nämlich nur dann, wenn ihrer Schiffsbesatzung eine Schuld oder eine grobe Fahrlässigkeit nachzuweisen wäre. Das ist oft aussichtslos. Eine Fährversicherung ist der einfachere Weg.

Sie deckt Schäden, die durch Verlust oder Beschädigung eines Kraftfahrzeuges entstehen; von der Übergabe an das Fährunternehmen bis zur Rückgabe an den Versicherten. Für jede Überfahrt ist also eine ^gesonderte Versicherungspolice zu erwerben. Die Police kostet innerhalb Kontinentaleuropas 10 Mark für einen Pkw mit einer Versicherungssumme bis 12 000 Mark, bei einer Versicherungssumme bis 30 000 Mark zahlt man 20 Mark für die Versicherung einer Überfahrt. Benutzt man Fähren nach und von Großbritannien oder solche im Mittelmeerraum, wird eine doppelt so hohe Prämie gefordert; Eine Selbstbeteiligung von 100 Mark bleibt dennoch. Außerdem sind nur Standard- Zubehörteile mitversichert. Bricht der linke Außenspiegel ab, muß der Schaden ersetzt werden; passiert es mit dem rechten, hat der Kunde keinen Anspruch auf Erstattung, denn zum Standardzubehör zählt der Zweitspiegel nicht.

Es gibt durchaus Assekuranzexperten, die vom Abschluß einer solchen Fährversicherung abraten. Als Gründe führen sie an, daß es sich um eine "Ausschnittversicherung" handele, die nur für einen bestimmten Zeitraum der Reise gelte, Passiert etwas im Hafen, bevor der Autofahrer einem Matrosen des Fährschiffes den Zündschlüssel in die Hand gedrückt hat oder nachdem er im Zielhafen wieder auf dem Fahrersitz Platz genommen hat und auf der Rampe rutscht, ist es aus mit dem Versicherungsschutz.

Rundum schützt nur die Vollkaskoversicherung, eine gute Alternative, Sie bietet praktisch Schutz gegen jeden Schaden am eigenen Fahrzeug, ob nun auf der Fähre oder dem Parkplatz, im Inland wie jenseits der Grenzen!

Natürlich ist sie teurer. So zahlt man bei einem Mittelklassewagen für eine Vollkaskoversicherung, die einen Monat gilt, eine Prämie von rund 120 Mark. Stellt man diesem Preis den für die Fährversicherung bei Hin- und Rückreise, (beispielsweise die 80 Mark zwischen Italien und Griechenland) gegenüber und bedenkt noch die 100 Mark Selbstbeteiligung im Schadensfall, so ist die kurzfristige Vollkaskoversicherung bei einem weitaus höheren Schutz ein sicheres Geschäft. Zumal es kaum noch als böse Propaganda abgetan werden kann, daß viele ausländische Versicherungen bei Unfällen oft nur einen Teil des Schadens ersetzen.

Bernd Kalbhenn